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Rezension zu „Dunkle Begegnungen – Unheimliche Geschichten“ von Jana Oltersdorff

Klappentext ♥️

Hatten Sie auch schon einmal eine dunkle Begegnung?
Der Mann im Fahrstuhl, dessen Gesicht man nicht sieht. Ein Onlineflirt, der irgendwie außer Kontrolle gerät. Das hübsche Mädchen auf dem Jahrmarkt, das hinter seinem Lächeln etwas zu verbergen scheint. Das eigene Kind, das sich seit dieser Sache im Kindergarten merkwürdig verhält. Der vermeintlich risikofreie Seitensprung, der zum Albtraum mutiert. Der neue Nachbar, der plötzlich nachts im Waschkeller auftaucht. Oder es ist der Tod selbst, der am Ende der letzten Reise wartet.
Das Fremde, der Schatten im Nebel, die Bewegung im Augenwinkel – in den Geschichten in diesem Buch bekommen sie ein Gesicht.
Bereit für ein Blind Date auf der dunklen Seite? Dann treten Sie näher …

Themen der Kurzgeschichten ♥️

Ein Aufzug, ein Dämon, eine Zeitreise, eine Hausfrau, ein Nebel, ein Jahrmarkt, ein Einhorn und ganz viel Blut. Jana Oltersdorff hat viele Themen unter einen Hut gebracht und es ist wirklich für jeden was dabei. Kurzgeschichten die unter die Haut gehen. Bei manchen war ich eher belustigt, bei anderen eher erschrocken, ganz selten mal wirklich verängstigt. An sich sind viele Geschehnisse vorhersehbar, selten gab´s eine Überraschung, was ich schaden fand. Doch es gibt ja kaum noch eine gruselige Geschichte, die noch nicht erzählt wurde.

Story-Aufbau ♥️ 

Die „dunklen“ Kurzgeschichten haben alle nichts miteinander zu tun, wer eine Verbindung sucht, sucht vergebens. Es sind immer wechselnde Protagonisten, immer andere Orte. Mal mehr Fantasy, mal mehr Science-Fiction, mal mehr Horror oder Thriller. Auch von der Länge unterscheiden sie sich. Manche sind viele Seiten lang, andere nicht mehr als eine Einleitung. Man merkt, dass Jana Oltersdorff sich wirklich mühe gemacht hat. Leider habe ich für mich festgestellt, dass ich nicht wirklich in die Geschichten eingetaucht bin. Es ist sehr schwer eine gruselige Spannung aufzubauen, wenn man nur wenige Seiten hat. Dann hatte ich oft das Gefühl, dass manchmal die Geschichten regelrecht durchgehetzt wurden, was ich schade fand. Viele Ansätze, hätten ein ganz wunderbares Buch abgegeben, doch so wurden sie verschluckt. Vielleicht sind Jana Oltersdorf und ich aber auch nicht auf der gleichen Wellenlänge, die Storys, die sie länger ausgebaut hat, hätte ich kurzgehalten. Die Storys die mir gefallen haben, waren meist nur ein paar Seiten lang. Schade eigentlich. An sich kein schlechter Schreibstil, aber herausragend, so dass ich gefesselt war, nein das blieb leider aus.

Bewertung ♥️

2 von 5 Sternen ⭐️⭐️

 Message an die Autorin ♥️

Liebe Jana, mir hat ein wenig die Verbindung zu deinem Werk gefehlt. Ich konnte mich nicht mitreißen lassen. Viele Dinge waren einfach zu offensichtlich, andere waren einfach zu kurz, selbst für eine Kurzgeschichte. Du hast zu deinen Geschichten auch die Redensart bzw. die Schreibweise geändert, was ich wirklich gut fand, doch das hat mir leider nicht gereicht. Trotz allem war es eine schöne Erfahrung für mich und solltest du dich je dazu Entscheiden, ein Buch über ein Killereinhorn zu schreiben, schreibe mich bitte an, das würde ich gerne lesen! Ich wünsche dir alles Gute!

Instagram: Zeilenwanderzauberin

 

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Rezension zu „Über zwei Ecken“ von Katie Weber

Klappentext ♥️

Bobbie Clark hat es endlich geschafft. Seit einigen Wochen ist die junge Frau auf dem College und raus aus ihrem alten Leben, hinaus in der freien, weiten Welt, von der sie immer träumte. Als ihr dann auch noch ausgerechnet der beliebte und gutaussehende Adam Walker ein freies Zimmer in seinem Haus anbietet, scheint alles perfekt. Bis zu dem Tag, an dem ein zweiter Walker in Bobbies Leben platzt. Adams Zwillingsbruder Cameron ist nämlich so gar kein angenehmer Zeitgenosse. Grimmig und abweisend in seiner Art hält er die zurückhaltende Bobbie auf Abstand. Doch diese hat ohnehin nur Augen für seinen Bruder Adam. Wären da nicht diese seltenen Momente mit Cameron, die Bobbie an allem zweifeln lassen, was sie bisher zu wissen glaubte.

Protagonistin Bobbie ♥️

Bobbie mit ihrer schüchternen Art war mal etwas ganz Neues. Obwohl ich ein Fan von starken und lauten Protagonistinnen bin, die kein Blatt vor den Mund nehmen, war mir Bobbie auf Anhieb sympathisch. Die Farmertochter mit ihrer Nerdbrille hat etwas Beruhigendes an sich und ihr Glaube an das Gute erinnert mich an alte Zeiten. Obwohl sie nach außen wie ein schüchternes Mädchen wirkt, entfaltet sie sich im Laufe der Geschichte zu einem wahren Schmetterling. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, sie auf diesem Weg zu begleiten. Bobbie hat keine Narben, eine heile Welt, eine wundervolle Familie, ein aufrichtiges Herz und gerade deswegen wirkt sie für mich wie ein Radiergummi auf die Narben, die die Menschen in ihrem Umfeld tragen. Sie nimmt ihnen mit ihrer sanften und liebevollen Art eine Last ab, dabei muss sie nichts tun als sie selbst zu sein. Bobbie Clark ist der Beweis dafür, dass nicht jedes Leben ein Drama braucht und es ist Balsam für die Seele, denn sie erinnert uns daran, wie schön das Leben sein kann.

Protagonist Cameron ♥️

Cameron war es, der mich dieses Mal mehr faszinierte als unsere Protagonistin Bobbie. Denn obwohl man am Anfang einen eigenbrötlerischen einsamen Wolf erwartet, bekommt man einen jungen intelligenten Mann mit dem Herzen am richtigen Fleck. Seine ehrliche und liebevolle Art hat mich verzaubert und sein Beschützerinstinkt gab mir den Rest. Obwohl er so unglaublich viel durchmachen musste, ist er eine echte Kämpfernatur. Beißt sich durch und macht weiter. Er ist witzig, charmant, klug und herrlich offen, was ich unglaublich an Männern schätze. Dazu kommt seine Art gegenüber von Bobbie, er nimmt sie bei der Hand und hilft ihr dabei, sich der Welt zu öffnen. Cameron ist ein Allround-Talent, Allinklusiv. Ich merke, ich gerate ins Schwärmen, aber wer dieses Buch liest, wird verstehen warum.

Story-Aufbau ♥️

Ja Katie Weber weiß wie man Schmetterlinge im Bauch fliegen lässt. Das beweist sie auch wieder mit „Über zwei Ecken“.  Ihre Bobbie, Bücherwurm und Farmertochter, und ihr Cameron, Beschützer und Kämpfer, verzaubern einen von der ersten Sekunde. Vor allem ist es das zarte Wachsen von Gefühlen die einen mitreißen. Liebe auf den ersten Blick? Fehlanzeige! Und genau das ist es, was dieses Buch zu so etwas Besonderem macht. Liebe ist ein langsamer und schleichender Prozess, der sich in kleinen Details wiederspiegelt. Sie steht nicht plötzlich im Raum und sagt: Tadaa da bin ich, es kann los gehen. Bobbie und Cameron wirken auf mich wie zwei Suchende und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, ihnen dabei zuzusehen wie sie es finden. Wer ein leidenschaftliches, alles verzehrendes Feuer erwartet, hat das falsche Buch zur Hand, doch wer nach diesem süßen aufkeimenden Gefühl der Zuneigung sucht, wird sich wie ich, in Bobbie und Cameron verlieben. Denn die Beiden zusammen sind wie eine heiße Schokolade an einem kalten Wintertag. Sie wärmen dein Innerstes und sind so süß, dass man nur verzückt seufzen kann.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Katie, wie machst du das nur immer? Du triffst meinen Nerv mit jedem deiner geschriebenen Worte. Mal ist es deine Protagonistin, mal ist es dein Protagonist, manchmal sind es Gefühle wie ein verrückter Zauber und manchmal fast nur ein Flüstern im Wind. Ich bin hin und weg und das zum gefühlt tausendsten Mal. Du hast einfach eine einzigartige Gabe Gefühle zu Papier zu bringen und mich in alten Erinnerungen schwelgen zu lassen.

Instagram: Zeilenwanderzauberin

 

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Rezension zu „Vom Dazwischen“ von Victoria Hohmann

Klappentext ♥️

Eine junge Frau in der Fremde, ein Maler in der Schaffenskrise, ein Mädchen, das sich zu seiner Homosexualität bekennt, ein Hasskommentare Schreiber, eine Frau im Griff einer Angsterkrankung, eine andere im Griff ihres Smartphones, ein frustrierter Familienvater, ein angetrunkener Existenzialist, sogar eine Unbekannte in einer Wand.
Getragen von einer assoziativen, bildreichen Sprache, entfaltet sich in zwölf Geschichten ein Mikrokosmos von Schicksalen, mit oftmals unverhofften Wendungen.

Handlung ♥️

Die liebe Victoria hat in ihrem Buch einen wahrhaftigen Mix aus Erzählungen und Kurzprosa geschaffen, irgendwo zwischen diesen zwei Bereichen kann man es einordnen. In zwölf Kapitel greift sie unterschiedliche Themen auf vom berühmten Sein oder nicht Sein über Verlangen, Selbstbesessenheit, Angst, Glück, Diskriminierung und das Aufeinandertreffen von Kulturen, ist alles dabei. Manche Kapitel waren schwerer zu verstehen als andere, man muss doch jedes für sich Raum geben, sich zu entfalten. Sie regen zum Nachdenken, zum Schmunzeln und manchmal auch zum gedanklichen Verweilen ein. Jedes Kapitel ist eine unabhängige Erzählung und auch ihr Schreibstil verändert sich jedes Mal. Ist die eine Geschichte wirr, hektisch, verworren, ja fast schon verrückt ist die nächste sanft, gefühlvoll und/oder traurig. Wer sich eine lange Geschichte mit ausführlichem Enden erhofft, ist hier fehl am Platz. Victoria lässt dem Leser immer ein offenes Ende, damit sind es die eigenen Gedanken, die das Ende schreiben. Es hat wirklich Spaß gemacht, jede Erzählung für sich zu lesen und manche wurden für mich wie ein guter Freund. Ich denke jeder, der dieses Buch zu Hand nimmt, wird auf seine Kosten kommen, seine Lieblinge finden und in Gefühlen baden.

Schreibstil ♥️

Wie schon erwähnt, ist Victorias Schreibstil einzigartig. Wüsste ich es nicht besser, würde ich meinen, die Kapitel wurden von vielen verschiedenen Menschen geschrieben. Manchmal ist die Sprache abgehackt, manchmal geschwollen, manchmal ist sie verständlich, fast schon klar und deutlich und manchmal ist sie angehaucht mit einer unausgesprochenen Bedeutung. Nicht jede Geschichte traf mich ins Herz, weil der Schreibstil mich verwirrte, oder ich die Botschaft vor lauter aneinandergereihten Worten, schwer entziffern konnte.

Bewertung ♥️

4 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Victoria du hast eine erstaunliche Art die Welt zu sehen und diese in Worte zu fassen. Manchmal erleichterst du es dem Leser manchmal wirfst du ihm ganz schön Steine in den Weg. Doch allem in allem hast du den Begriff „Dazwischen“ neu definiert. Man merkt, wie du jedes Kapitel für sich geschrieben hast, wie du es auf deine Art getan hast, unverwechselbar und einzigartig. Zumeist kamen die Gefühle rüber obwohl du wahnsinnig viel Spielraum gelassen hast. Es hat mir sehr viel Freude bereitet dein Buch zu lesen.

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Rezension zu „Anna – Buch der Wörter“ von Judith Reusch

Klappentext ♥️

Polen 1981: Ania ist acht Jahre alt, als sie morgens in ihrem Zuhause nur die Großmutter vorfindet. Ihre Mutter Theresa hat sie und ihre Schwester in Polen allein zurückgelassen und ist ihrem vorher geflohenen Ehemann nach Deutschland gefolgt. Ania bleibt bei ihren Großeltern und rettet sich in der folgenden, chaotischen Zeit in eine Welt der scheinbaren Ordnung, indem sie sich ein Buch der Wörter erstellt. Darin versucht sie, alle für sie nicht begreifbaren Begebenheiten wie in einem Lexikon aufzulisten und zu erklären. Die anfangs nur auf wenige Wochen hin geplante Trennung der Familie dauert fast ein Jahr an, da in der Zwischenzeit in Polen der Kriegszustand ausgerufen wird und alle Ausreisen damit verhindert werden.

Als nach einem Jahr endlich auch beide Kinder außer Landes gelassen werden, gelangen sie in Deutschland in eine vollkommen neue Welt, in der das von Ania aufgesetzte Buch der Wörter keinen Nutzen mehr bringt, da dem kleinen Mädchen die polnische Sprache abhandenkommt. Alles ist anders, aus Ania ist eine Anna geworden, und diese muss neue Wörter lernen, ein neues Buch erstellen, in welchem sie die unbekannte Welt zu begreifen lernt.

Die zwei Jahre im Leben Annas und ihrer Mutter spiegeln sich in kleinen, alltäglichen Details wiederum 35 Jahre später in einem einzigen Tag der Lektorin Thea wider, die diese Geschichte als Manuskript auf ihrem Schreibtisch vorfindet. Durch die Lektüre der gelungenen Integration Annas gelingt es Thea unbewusst, sich aus der eigenen, selbst erwählten Isolation zu befreien.

Protagonistin Anna (Ania) ♥️

Anna und ihr Buch der Wörter berühren mich tief. Ihr kleines unschuldiges Herz, das irgendwie durch die schwere Zeit kommen muss, hat mir sehr zu schaffen gemacht. Gerade weil sie so jung ist, gerade weil sie so voller Träume und Hoffnungen durchs Leben geht, bin ich hin und weg. Ihr Buch der Wörter, ihr Wille jedes Wort zu verstehen, der Neuanfang und das fremde Land. Anna nimmt einen mit auf eine Reise durch die Welt eines kleinen Mädchens, das Worte sammelt als wären sie aus Gold. Es sind kleine Momente und große Ereignisse. Es sind leise Worte und laute Gedanken. Anna eine Geschichte, so nahe an der Realität, dass ich daran glaube, dass sie irgendwo hier in Deutschland lebt.

Protagonistin Thea ♥️

Thea lebt in einem selbst ausgesuchten Exil. Doch durch Anna und ihre Geschichte beginnt sie sich auf die Suche nach mehr zu machen. Sofort merkt man, Thea braucht ein Buch der Wörter, denn sie hat verlernt nach diesen zu suchen. In ihrem kleinen Schneckenhaus, immer auf der Hut, niemals rasten, niemals ruhen. Sie hat eine verquere Art zu denken und das finde ich sehr erfrischend. Manchmal erinnerte sie mich an ein Küken das beginnen möchte zu fliegen. Leider kam ihrer Geschichte zu kurz, leider ging der Bezug zu Anna viel zu oft verloren. Trotzdem habe ich ihre Passagen genossen, wenn auch etwas unberührt.

Story-Aufbau ♥️ 

Judith nimmt uns mit Anna in ein Leben voller Gefahren, aber auch in ein Leben voller Hoffnung. Wer nie eine Flucht aus dem eigenen Heimatland erlebt hat, darf diese Erfahrung mit Anna nachholen. Es sind hundert alltägliche Situationen, tausend einfache Momente die uns das Leben von Anna und ihrer Familie zeigen. Und gerade, weil sie so simpel und unspektakulär sind, gerade weil sie so realistisch sind, fesseln sie einen. Man liest, ohne die Seitenzahlen zu beachten, denn sie fliesen nur so dahin. Manchmal waren ein paar Seite zu emotional, zu dick aufgetragen doch trotz allem berührend.

Bewertung ♥️

3 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Judith, du hast penibel auf Einzelheiten geachtet, und man merkt dir deine Leidenschaft am Schreiben an. Du hast eine unglaublich realitätsnahe Geschichte geschrieben, die einem oft unter die Haut geht. Auch wenn mir das gewisse etwas fehlte, ziehe ich meinen Hut vor dir. Du hast Herzblut in dieses Buch gesteckt und das merkt man mit jeder Seite.

Instagram: Zeilenwanderzauberin

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Rezension zu „Vom einsamen Emoeinhorn Erna, das wie alle sein wollte“ von Alex Simm.

Klappentext ♥️

Augenzwinkernde Balladen. Eine Sonne mit Burnout, ein adipöses Walross, das Germany’s Nex Topmodel werden möchte und ein trauriges Emoeinhorn mit Gewichtsproblemen – allerlei befremdliche Gestalten tummeln sich in Alex Simms Balladen. Erzählende Lyrik mit Hintersinn und Witz zu den Problemen unserer Zeit – und natürlich alles andere als traurig!
Kaum eine Schülergeneration, die nicht wenigstens eine Ballade in der Schulzeit auswendig lernen musste. Ob „Erlkönig“, „Zauberlehrling“, „Glocke“ oder „Bürgschaft“, „John Maynard“ oder „Herr von Ribbeck“. Balladen gehören zu den faszinierendsten Dichtungen. Aber Balladen von Schnapsdrosseln, Schluckspechten, Hipster-Sündenböcken oder fleischfressenden Pflanzen, die Veganer werden wollen?
Alex Simm gibt den Zeiterscheinungen des 21. Jahrhunderts eine absurde Gestalt. Ob Schönheitsideale, Ernährungsverhalten, Medienkonsum oder andere Fragen balladesk überzeichnet werden: Simms komische Dichtungen berühren, weil sie unser eigenes Leben spiegeln.

Handlung ♥️

Alex Simm nimmt alltägliche und aktuelle Themen und packt sie in wunderschöne, lustige und traurige Balladen. Dabei erfasst er ein breites Spektrum. Ob es um Anpassungszwang, den Klimawandel, Regeln und Freiheit, Burnout, Mobbing, Konsumgesellschaften oder das Glücklich-Sein geht. Er packt all die unausgesprochen, unangenehmen Probleme unserer Gesellschaft, wickelte eine ordentliche Portion Satire drumrum und wirft es einem vor die Füße. Und ehe du dich versiehst, denkst du über Dinge nach, die dich Bewegen und am liebsten würdest du der Welt jeden einzelnen Vers an den Kopf knallen und schreien: Seht her, da ist ein Mann der weiß wovon er spricht. Ja Alex Simm hat einen Weg gefunden selbst mich mit meinen 24 Jahren zu einem Balladen-Fan zu machen, auch wenn ich bezweifle, dass ich je wieder eine Ballade lesen werde, die mir so aus der Seele spricht.

Illustrationen von Cora Otté♥️

Eine besondere Betonung verdienen in meinen Augen die Illustraitonen zu den verschiedenen Balladen. Sie sind nicht nur wunderschön gezeichnet, nein. Sie vermitteln die Kernaussage der jeweiligen Balladen so gekonnt und kreativ. Ich war einfach hin und weg, weshalb ich euch meine Lieblingstuschenzeichnung hier noch beigefügt habe:

Fazit ♥️ 

Die Welt braucht mehr Leute wie Alex Simm, Leute, die keine Angst davor haben die Probleme der Gesellschaft aufzugreifen und in die Welt zu tragen. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite Feuer und Flamme, habe mehrere Balladen laut vor mich hingelesen, meinem Mann meine liebsten Passagen vorgelesen und auch auf meinen Social Medias mehr als nur geschwärmt.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an den Autor ♥️

Lieber Alex ich bin hingerissen und nachdenklich. Du sprichst Dinge aus, die mir schon viele Male im Kopf herumgingen. Es tut gut diese zu hören, es tut gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht mit unserer Gesellschaft. Du hast dein Herzblut in dieses Buch fließen lassen und wirst viele Herzen damit berühren. Meines hast du berührt und dafür danke ich dir.

Instagram: Zeilenwanderzauberin

 

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Rezension zu „Die Bärenführerin“ von Lea Weisz

Klappentext ♥️

Ein hinreißender historischer Mittelalter-Roman über Liebe, Hass, Intrigen und die Magie zwischen Mensch und Tier.

In der Eifel, 1347: Agnes, die siebzehnjährige Tochter des Grafen Werner von Langerode, ist mit Bernard von Hinzweiler verlobt. Doch bereits beim ersten gemeinsamen Ausritt stellt sich heraus, dass er eine hochmütige und brutale Ader hat. Ihre forsche Schwester Beth versucht vergeblich, ihr die Angst vor der Heirat zu nehmen.
Als ihr treuer Hund stirbt, engagiert der Graf eine Gauklergruppe, um seine Töchter aufzuheitern. Agnes hat von Kindheit an eine tiefe Verbundenheit zu Tieren sowie die Gabe, sich in deren Wesen hineinzuversetzen. Als der Tanzbär der Gauklergruppe schwer erkrankt, steht sie ihm in seinen letzten Stunden bei. Dabei knistert es gewaltig zwischen ihr und dem Bärenführer Kilian. Doch diese Verbindung wäre nicht standesgemäß, denn die Grafentochter würde unwiderruflich die Ehre der Familie zerstören, und auch für Kilian hätte es schlimme Folgen. Agnes muss eine Entscheidung treffen – soll sie dem Ruf Ihres Herzens folgen oder den Wünschen ihres geliebten Vaters gerecht werden?

Protagonistin Agnes ♥️

Agnes ist ein liebesvolles Mädchen das ein behütetes und freies Leben auf Langerode geführt hat. Sie ist sehr eigenwillig, weiß auf der einen Seite wie sie sich zu benehmen hat und auf der anderen trägt sie ihr Herz auf der Zunge. Was mir sehr zusagt, denn auch wenn es bei historischen Romanen Tradition ist Frauen als unterwürfige in ihrer Freiheit eingeschränkte Weibsbilder darzustellen, mag ich es, dass der Graf von Langerode seine Kinder nicht völlig unterdrückt und ihnen sogar eine Freude bereitet, so dass Agnes und auch Beth ihre Persönlichkeit entfalten konnten. Mit ihrer Fähigkeit hat Agnes etwas Märchenhaftes. Mit ihrem reinen Herzen und ihrer Tierliebe hat sie mich verzaubert.

Protagonist Kilian ♥️

Kilian der Gaukler trägt sein Herz am rechten Fleck. Er setzt sich für sich und seine Leute ein. Wird zum Löwen, sollte man sie bedrohen, was ich sehr an ihm mag. Ein bodenständiger Junge, der es kaum wagt, nach den Sternen zu greifen. Er beschützt die seinen und die Liebe zu Agnes geht tief. Seine verspielte Art gefällt mir sehr gut und sein Mitgefühl bereitet mir eine angenehme Wärme.

Story-Aufbau ♥️ 

Ein historischer Roman mit ein wenig Zauber. Erzählt wird die Geschichte von Agnes der Bärenführerin wie die Erzählung eines Wanderers. Wer tiefgehende Beschreibungen sucht, ist in diesem Buch fehl am Platz, wer aber die Geschichte der Tochter eines Grafen die zur Bärenführerin wurde, hören möchte, eine Geschichte mit einem Hauch von Magie erzählt wie eine Überlieferung hat das richtige Buch zur Hand. Man darf keine realitätsgetreuen Recherchen erwarten, man muss sich mitreißen lassen und einfach an die Liebe auf den ersten Blick glauben. Besonders finde ich die Geschichte der Gaukler, dessen Leben hart und ein Drahtseilakt ist, spannend und faszinieren. Je kurioser desto erfolgreicher, ein wirklich ungewöhnliches aber faszinierendes Leben. Auch das Familiäre kommt nicht zu kurz, Lea Weisz hat sich mit ihrer Gauklertruppe einen Weg in mein Herz gebahnt.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Lea, es muss nicht immer geschrieben werden, wie es alle anderen machen, das hast du bewiesen. Dein Schreibstil ist ungewöhnlich und etwas anders und genau das ist es was mir so gut gefiel. Du hast ein neues Märchen entstehen lassen, verpackt und nur krümelweise lässt du es durchblicken und das ist eine faszinierende Idee. Deine Sprache ist neu und alt. Sie vermischt sich zu einer einzigartigen Erzählung und gerne möchte ich erfahren, wie es mit unserer Gauklertruppe weitergeht.

Instagram: Zeilenwanderzauberin

 

 

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Rezension zu „Unter einer Decke“ von Katie Weber

Klappentext ♥️

Hollys Leben könnte so einfach sein. Wäre da nicht dieser unfassbar störende und auch noch ziemlich berühmte neue Mitbewohner, der die junge Frau jeden Tag aufs Neue in den Wahnsinn treibt. Mit seiner überheblichen Art schafft es Nathan immer wieder, Holly aus ihrem Schneckenhaus zu locken, so sehr sie sich auch dagegen wehrt. Langsam aber sicher scheint ihre Welt kopfzustehen und der anfangs so verhasste Mitbewohner mausert sich zu einem unverzichtbaren Teil ihres Lebens. Bis Holly eines Tages etwas erfährt, das ihr Universum erneut rotieren lässt.

Protagonistin Holly ♥️

Holly verzauberte mich sofort. Sie scheut sich nicht davor ihre Meinung kund zu tun und regt sich unglaublich putzig über alles auf. Wie ein kleiner meckriger Hamster knufft sie sich in mein Herz. Vor allem ihre offene und derbe Art macht sie mir unglaublich sympathisch. Sie lässt sich nicht den Mund verbieten und hat ordentlich Feuer unterm Hintern. Ich habe eine totale Schwäche für solche Mädels. Trotz ihrer taffen Art hat Holly das Herz am rechten Fleck. Sie ist nicht nur Treu ihren Freunden gegenüber sondern auch immer für sie da. Auch ihre Selbstzweifel und selbstkritische Art spiegelt das New-Adult-Genre wieder. Sie weiß nicht wo sie steht, sie weiß nicht wohin sie will und genau dieses Gefühl gehört zum Erwachsenwerden dazu. Ich kann nicht sagen wie oft Holly mich zum Schmunzeln gebracht hat, aber es war oft und in Kombination mit Nathan erinnern sie mich daran, dass eine gute Beziehung auch ordentlich Humor benötigt.

Protagonist Nathan ♥️

Nathan ist in eine Welt hineingeschlittert, in der man nur sein Gesicht und sein Konto sieht, nicht aber seine Wünsche und Träume. Trotz der liebevollen Familie und des Lebens im Rampenlicht, weiß er erstaunlich gut was seine Ziele sind. Er weiß was er will und jetzt sucht er das einzige Mädchen, das ihn bedingungslos geliebt hat. Nathan hat eine verspielte Art und das trifft mitten ins Herz. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst, kann nicht nur austeilen, sondern auch hervorragend einstecken. Nicht nur ich liebe die Art wie Holly sich aufregt, nein Nathan liebt sie auch. Trotz der Schauspielkarriere ist er unglaublich bodenständig und fröhlich.

Story-Aufbau ♥️ 

Ein Buch das mit einer Menge Humor und süßer Stellen aufwartet. Holly und Nathan, plötzlich Mitbewohner, sind eine explosive Mischung die mich dieses Buch verschlingen ließen. Wie ein Tornado platzt Nathan in Hollys Leben und wirbelt so einiges auf. Gemeinsam versuchen die beiden sich irgendwie zu arrangieren und Stück für Stück kommen sie sich näher. Aus Fremden werden Bekannte, aus Bekannten werden Freunde, aus Freunden werden Liebende. Ja Holly und Nathan würde ich ohne zu zögern bei mir einziehen lassen und mir ne ordentliche Packung Popcorn dazu holen. Denn Unterhaltung ist garantiert und das Knistern ist kaum zu übersehen.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️ 

Message an die Autorin ♥️

Liebe Katie, was soll ich sagen, „Unter einer Decke“ war wie bisher alle deine Bücher ein grandioses Werk. Dein Humor ist unbeschreiblich und deine Protagonisten erobern mein Herz. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen, dass es bis jetzt das Beste deiner von mir gelesenen Bücher ist. Alles stimmt und trifft genau das New-Adult-Genre und damit auch wieder voll meinen Nerv. Ich freue mich schon auf den zweiten Band. Vielen lieben dank.

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Rezension zu „Forever Yours – Gefangen. Sein.“ von Morgan Stern

Klappentext ♥️

Millionenfach hatte ich ihn mittlerweile verflucht.
Dafür, dass er mir das antat, mich entführt hatte, hier einsperrte
und auch dafür, dass ich diese Gefühle für ihn damals hatte.
Es war geradezu lächerlich, dass ich ihn einmal so gern hatte und
das auch noch so lange angehalten hatte, bis er mir nach dem Leben trachtete.

Mira und der aufstrebende Rockstar Ryan lernen sich im Internet kennen.
Aus anfänglicher Sympathie wird tiefe Vertrautheit, welche beide genießen.
Doch dann wird Ryans Band über Nacht berühmt und die Geheimnisse, die er Mira anvertraut hat, drohen, die hart
erarbeitete Karriere zu zerstören.
Er fühlt sich gezwungen zu handeln.
Mira muss WEG – ein Profikiller soll ihm dabei helfen.
Aber dann ereilen Ryan Zweifel, muss es denn gleich ihr Tod sein?
Beflügelt vom Gedanken der Macht und Kontrolle über sie, schmiedet Ryan einen perfiden Plan.
Er will sie besitzen, ganz und gar.
Für immer. Sein.

Protagonistin Mira ♥️

Mira ist eine junge Frau, die in einer behüteten Welt aufgewachsen ist. Sie verbindet mit Ryan nur Gutes. Ihre weltbekannte Internetbekanntschaft weiß vieles über sie, sowie sie vieles über ihn und seine Träume weiß. Doch im Laufe des Buches wird sie aus ihrer heilen Welt gerissen und landet in der Hölle. Obwohl ich das Gefühl hatte, sie würde sofort einknicken, ist sie beeindruckend stark. Egal wie oft sie niedergetrampelt wird, Mira steht wieder auf. Auch wenn ihre Fluchtmöglichkeiten minimal sind, und der Preis nur noch mehr „Bestrafungen“ mit sich zieht, scheut sie sich nicht davor, es wenigstens zu versuchen.

Obwohl sie seelisch und körperlich so verletzt wurde, lässt sie sich nicht brechen, jedenfalls nicht bis zu einem gewissen Punkt. Sie ist wie ein eingesperrtes Tier, egal wie oft sie die Peitsche spürt, den Traum von der Freiheit gibt sie nicht auf. Miras Reaktionen sind so realitätstreu, dass ich mich wahnsinnig gut in sie hineinversetzen kann. Das Gefühl ihrer Machtlosigkeit, die Verzweiflung, der Wille zu Leben, all diese Gefühle begleiten durchgehend während des Lesens. Dass sie für ihre Familie und die Menschen die sie liebt, so viel opfert, zeugt von ihrem großen Herzen.

Protagonist Ryan ♥️

Ryan wirkt auf mich wie ein verzogener Bengel, der sich in seinem Kopf eine Situation zurechtgelegt hat, wie sie ihm in den Gram passt. Doch so aggressiv und rücksichtlos er im Inneren ist, besitzt er jedoch auch die Gabe Menschen hinters Licht zu führen. Außen Hui, innen Pfui. Immer wieder schafft Ryan es, mich glauben zu lassen, er sei einfach nur verletzt, verstört, wütend. Da empfand ich fast schon Mitleid mit ihm. Doch alle Sympathie-Punkte die er sammeln konnte, wurden von seiner aggressiven und gewaltbereiten Art wieder kaputt gemacht. Ich bin fast schon schockiert von den zwei Seiten die Ryan in sich trägt. Ein strahlendes Lächeln, eine düstere Seele, der Wolf im Schafspelz. An manchen Punkten, sind seine Handlungen so irrational, dass ich Angst bekomme. Ja die liebe Morgan hat da einen waschechten Psychopathen erschaffen, einen der dir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Denn plötzlich kommt es mir so ganz und gar nicht verwunderlich vor, dass die größten Psychopathen eine Menschenmenge nur durch ihr Charisma auf ihre Seite ziehen konnten.

Story-Aufbau ♥️

Ich muss gestehen, eine Story wie diese, habe ich noch nie gelesen. So viel Gewalt, so viel Hass, so viel Schmerz. Und ein Bösewicht der einem an die Substanz geht. Immer wieder schwanke ich zwischen Sympathie und Hass. Und egal wie oft Ryan die arme Mira verletzt, wickelt er mich doch immer wieder ein. Morgan Stern hat mit ihrer Geschichte mir einen Einblick in die Psyche eines Psychopathen gewährt. Und ihn so realitätsgetreu dargestellt, dass ich meinem Postboten zutraue, auch ein Psychopath zu sein, gerade weil er immer so nett und unbeschwert ist. Ja ich muss sagen ich bin hin und weg. Ich habe einfach eine Schwäche für realitätsgetreue Handlungen und nachvollziehbare Gedankengänge. Ich durfte mit Forever Yours das erste Mal in den Kopf eines wirklich kranken Menschen einen Blick werfen und auf eine Reise durch den Albtraum jeder jungen Frau antreten. Genie und Wahnsinn liegen ganz nah beieinander und Morgan Stern hat genau das auf den Punkt gebracht. Es sind immer die Menschen, von denen man es am wenigsten erwartet und selbst wenn sie dir die dunkelsten Seiten ihrer schwarzen Seele offenbaren, hofft man immer darauf, dass da noch Licht ist.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Morgan, du hast mich gefesselt und mich in deinen Bann gezogen. Dein Cliffhanger tat mir in der Seele weh, dein Ryan brachte mich oft an meine Grenzen. Doch deine Geschichte ist wahrhaftig unvergesslich und ich bin dankbar dafür, diese rezensieren zu dürfen. Du hast eine faszinierende Art zu schreiben, eine, die mich dieses Buch innerhalb von 6 Stunden verschlingen lies. Es war das erste Mal, dass ich eine Rezension nicht direkt nach dem Lesen verfassen konnte, weil ich emotional zu sehr aufgewühlt war. Danke für diese Erfahrung.

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Rezension zu „Götterfunke 2 – Hasse mich nicht“ von Marah Woolf

Klappentext ♥️

Das neue Schuljahr beginnt und Jess versucht, Cayden zu vergessen, nach allem, was er ihr angetan hat. Aber Zeus und seine Götter haben anscheinend andere Pläne, und schon am ersten Schultag steht Cayden plötzlich vor ihr. Schwebt Jess etwa in Gefahr? Ist Agrios ihr womöglich nach Monterey gefolgt? Jess möchte nicht in den Kampf der Götter hineingeraten, sondern wünscht sich ein ganz normales Leben. Aber was ist schon normal, wenn man die Welt der Götter sehen und betreten kann? Und vor allem: Wie lange kann sie Cayden wirklich hassen?

Protagonistin Jess ♥️

Jess hat Liebeskummer. Nur mit Mühe sammelt sie die Stücke ihres Herzens zusammen und klebt ordentlich Tesaband drauf. Und was soll ich sagen? Man kauft ihr den Liebeskummer nicht nur ab, nein man versinkt in ihm. Viele lange Seiten suhlt sie sich in ihrem Schmerz. Was etwas die Story dämpft. Doch so sind Jugendbücher, die große Liebe zieht einen fetten Liebeskummer hinterher. Obwohl Cayden plötzlich wieder auftaucht und man denkt, jetzt geht das alles von vorne los, beschützt Jess ihr Herz. Wappnet sich gegen jegliche Annäherungsversuche und dafür respektiere ich sie sehr. Dass sie sich nebenbei mit den Göttern und dessen Krieg herumschlagen muss macht aus ihr ein wirklich robustes Mädel. Sie ist noch immer tapfer und lieb, ist jedoch auch vorsichtiger geworden, was ihr wieder ein paar Sympathie-Punkte einholt. Jess lässt sich nicht mehr auf der Nase herumtanzen. Auch Ihre Verbindung zu Kalchas finde ich sehr interessant. Ich bin schon sehr gespannt was diese zu bedeuten hat. Auch Jess´s Fähigkeiten bauen sich immer mehr aus und noch immer hängt die Frage im Raum, wie groß diese denn nun wirklich sind.

Protagonist Cayden ♥️

Wenn ich an dieser Stelle den lieben Hermes zitieren darf: „Der Junge hat es mal ordentlich versaut“. Dafür, dass Cayden ein jahrtausendalter Gott ist, stellt er sich mächtig unerfahren an. Ein sturer Junge, der keinerlei Interesse daran hat, fünf Sekunden anzuhalten und tief durchzuatmen. Er stolpert von einer Extreme in die nächste. Leider verliert Cayden im zweiten Band etwas an Sympathie, denn seine Gefühle für Jess sind zwar da, werden aber von seiner Arroganz und seinem Hochmut niedergetrampelt. Ich hatte mir von Cayden´s Seite mehr Persönlichkeit erhofft und einen tieferen Einblick in seine Gedankenwelt. So wirklich knistern will es in meinen Augen nicht, die Wette und auch seine uneindeutigen Signale haben einen andauernder bitteren Beigeschmack. Auch seine unvernünftige Art macht es mir sehr schwer ihn als Gegenpart von Jess zu sehen. Immer wieder stelle ich mir die Frage, wie Jess und Cayden denn funktionieren sollen, wenn beide sich wie hilflose Schafe von den Gefühlen leiten lassen, anstatt das Köpfchen einzuschalten. Und, dass ich Jess mit ihren jungen Jahren mit einem uralten Gott in einen Topf werfen kann, sagt ja schon alles.

Story-Aufbau ♥️ 

Wie auch im ersten Band gelingt es Marah Woolf weiterhin die griechischen Mythen beeindruckend zu platzieren und auch Mythica ist voller interessanter Details.  Der Krieg der Götter geht in die nächste Runde. Der schleichende Prozess einer Rebellion ist gekonnt umgesetzt. Besonders gefällt mir, dass nicht von heut auf morgen plötzlich alle die Seiten wechseln und auch, dass es schwer ist, zu entscheiden, wer denn nun die Guten und wer die Schlechten sind. Manche Stellen sind vorhersehbar und auch das Zwischenmenschliche fehlt mir ein wenig. Alles in allem sind es immer noch die Götter und deren Mythen die mich auch den dritten Band kaufen lassen. Ich hoffe darauf, dass Caydens Handlungen nachvollziehbarer werden.

Bewertung ♥️

3 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Marah noch immer bewundere ich deine Recherchearbeiten und auch deine Götter haben faszinierende Eigenschaften. Leider werde ich mit Cayden noch nicht warm und auch eine Spur zu viel Liebeskummer macht mir zu schaffen. Doch ich hoffe darauf, dass der dritte Band all diese Bedenken fortspült und freue mich auf weitere Mythen und Götter.

Instagram: Zeilenwanderzauberin

 

 

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Rezension zu „Der Zopf“ von Laetitia Colombani (Hörbuch)

Klappentext ♥️

Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – dieselbe Sehnsucht nach Freiheit

Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.

Protagonistin Smita♥️

Smita lebt in Indien als eine „Unberührbare“. Die niedrige Stufe der indischen Kultur. Doch damit kann und will sie sich nicht abfinden. Sie will ihrer Tochter ein besseres Leben bieten und nimmt Reißaus. Ihr Mann weigert sich, weshalb sie mit ihrer Tochter alleine türmt. Smita hat mich sehr berührt, ihr Leidensweg nimmt einen mit und hält einem vor Augen wie gut wir es hier in Deutschland haben. Für uns ist selbstverständlich: Wer will, der kann. Doch Smita kann nicht, darf nicht und ihr Mut treibt sie in Richtung Freiheit. Ihre Art verzauberte mich, zeigte mir, wozu wir mit genug Willen fähig sind.

Protagonistin Giulia ♥️

Giulia trägt das Glück ihrer Familien auf den Schultern. Nachdem ihr Vater ins Koma fällt, übernimmt sie die Perücken-Fabrik. Doch wie das so mit Firmen ist, ehe man sich versieht, geht alles den Bach runter. Doch Giulia mit ihrem italienischen Temperament denkt gar nicht ans Aufgeben. Und genau diese Stärke ließ sie mich ins Herz schließen. Trotz stetiger Stolpersteine setzt sie alles daran ihre Firma samt Familie zu retten und entdeckt zugleich ihre große Liebe.

Protagonistin Sarah ♥️

Sarah ist Anwältin und hat Krebs. Ein Zustand, der sie nicht davon abhält, bis zum Umfallen zu schuften. Ihre unverfälschte Art hat mich von den drei Frauen am meisten begeistert, denn sie macht in meinen Augen die größte Wandlung. Mit ihrem Wunsch nach Normalität, kombiniert mit ihrem verzweifelten Versuch nicht schwach zu wirken und mit ihrer absolut irrationalen Art und Weise spiegelt sie genau das wieder, was ich selbst schon an krebskranken Menschen beobachten konnten. Der Körper lässt einen im Stich, das Umfeld heuchelt Verständnis, aber für die elitäre Gesellschaft ist ein kranker Mensch unerwünscht. Obwohl man fast bis zum Ende glaubte, Sarah würde es nicht packen, sich auf das wirklich wichtige, ihre Gesundheit, zu konzentrieren, wandelt sie sich im Endspurt des Hörbuches gewaltig.

Story-Aufbau ♥️

Drei Frauen, drei Leben, drei Stränge. Alle drei Frauen haben mich berührt, alle drei Frauen fand ich in mir selbst wieder. Ihren Mut und ihre Stärke und ihren Wunsch nach mehr begeisterte mich. Besonders mochte ich, dass die liebe Laetitia der Realität treu geblieben ist. Ich hatte nicht den Eindruck, dass irgendwas „verwässert“ oder „verschönert“ war. Die Story an sich war kurz und knackig. Etwas oberflächlich aber was erwartet man? Drei Geschichten in ein Buch zu bringen, benötigt Kürzungen. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Autorin wollte an manchen Stellen so viel mehr Schreiben, wofür aber kein Platz war. Vielleicht wäre eine Trilogie passender gewesen. Die Grundidee ist gut, das Hörbuch wurde mit hervorragenden Sprecherinnen ausgestattet, doch die Story war zu stark zusammengepresst. Man konnte die Spitze des Eisbergs sehen, doch der Rest lag unter Wasser in der Schwebe. Ich hätte mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Alles in Allem sind die drei Stränge zueinandergekommen. Ein Kreislauf der am Ende ineinander fließt, doch genau das ist es, was man hätte ausbauen sollen. Leider ist das „Flechten des Zopfes“ zu kurz gekommen. Doch „Der Zopf“ vermittelte etwas sehr Elementares: Diese Welt ist nicht fair, sie ist nicht gerecht. Die Armen werden nicht reich, ihre Opfer werden nicht gewürdigt.

Bewertung ♥️

3 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Laetitia du hast einen ganz wunderbaren Ansatz und drei starke Frauen geschaffen. Dabei hast du nie die Realität aus den Augen verloren, was mir persönlich sehr gefällt. Vielleicht hast du dich etwas zu sehr gedrängt, diese Geschichte zu einem Ende zu bringen, dabei gab es noch so vieles zu erzählen. Trotzdem ziehe ich meinen Hut, drei Frauen, drei Schicksale, drei Leben in einem Buch. Das bekommt nicht jeder hin.

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