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Rezension zu „Zu nah“ von Olivia Kiernan

Protagonistin Frankie

Frankie wirkt auf mich wie eine sehr verletzte aber abgehärtete Frau. Sie lässt keinen an sich heran, bei dem was ihr passiert ist, ist das auch kein Wunder. Ihr letzter Fall sitzt ihr nicht nur in den Knochen, er bestimmt ihr ganzes Leben. Auch während der Suche im aktuellen Fall, ist sie eine Einzelgängerin. Dabei übersieht sie den einen oder anderen Hinweis, was ihr noch mehr Steine in den Weg legt. Eigentlich hatte ich mir erhofft, sie würde im Laufe des Hörbuches eine Wandlung vollziehen, doch von dieser habe ich leider nicht viel gesehen.

Stimme
Sabina Godec hat eine unglaublich passende Stimme. Sie ist tief und angenehm. Auch nach mehreren Stunden hören, stört sie keine Sekunde und wenn man erstmal die verschiedenen Charaktere auseinanderhalten kann taucht man in die Geschichte ein. Frau Godec spielt mit verschiedenen Tonlagen, weiß Gänsehaut mit ihren Worten auszulösen und hat mir mit Abstand am Besten gefallen an dem Hörbuch.

Story-Aufbau
Wir dürfen Teil der Ermittlungen werden. Begleiten Frankie und ihre Truppe auf der Suche nach dem Mörder. Viele Abschnitte sind reine Detektivarbeit. Ein Verdächtiger wird gefunden, es wird gegen ihn ermittelt und man lässt ihn wieder gehen, weil es der falsche ist. Dann kommt der nächste Verdächtige und an denen mangelt es nicht. Bei fast jedem der ins Visier der Ermittlungen gerät findet man Leichen im Keller und jedem von ihnen traut man es irgendwie zu. Das macht die Geschichte nicht nur spannend sondern hält einen auch dazu an weiter zu hören. Leider ist sie ebenso kurz und wo es an Ermittlungsarbeit nicht mangelt, fällt das Ende recht kurz aus, was mich am Meisten enttäuscht hat. Ebenso war das Ende recht unerwartet, was ich schade fand.

Auch der ständige Alleingang von Frankie war mir ein Dorn im Auge. Meines Wissens nach, benötigt man immer zwei Ermittler um eine wasserdichte Zeugenaussage auf die Beine stellen zu können, aber ständig ist sie alleine, verfolgt ihre Ziele wie ein einsamer Wolf.

Alles in allem war das Hörbuch „Okay“. Es hatte gute und schlechte Stellen, war spannend aber auch ermüdend und die Entwicklung von Frankie war es was mir gar nicht gefallen hat, aber das kann auch Geschmackssache sein.

Bewertung

3 von 5 Sternen ⭐⭐⭐

 

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Rezension zu „Du bist mein Verlangen“ von Alexa Riley

Klappentext ♥️

Es war Begehren auf den ersten Blick. Fünf Jahre lang hat Miles sie aus der Ferne beobachtet, denn noch war ihre gemeinsame Zeit nicht gekommen. Heimlich hat er alles unternommen, um ihre Wünsche wahr werden zu lassen. Alles ist auf den perfekten Moment ausgerichtet – auf den Moment, in dem er in Mallorys Leben treten kann. Und doch verläuft ihre Begegnung nicht wie geplant, denn seine Gefühle lassen sich nicht länger unterdrücken. Was, wenn er Mallory für immer verliert?

Protagonistin Mallory ♥️

Mallory ist strebsam und ehrgeizig. Sie geht nicht auf Partys, vergnügt sich nicht mit Jungs und führt ansonsten ein völlig normales Leben. Ich mochte von Anfang an ihre offene und liebenswürdige Art. Auch mit dem Willen sich und der Welt ihr Können zu beweisen, konnte ich mich richtig gut identifizieren. Sie schien mir doch so normal, dass ich gedacht habe sie würde nach Miles obsessiven Enthüllungen kreischend davonrennen. Doch das hat sie nicht. Im Laufe der Geschichte verwandelte sich die Beziehung von Mallory und Miles in ein verworrenes düsteres Verlangen. Fast schon besessen voneinander und völlig irrational. Was ich etwas untypisch für die normal aufgewachsene, völlig klardenkende, intelligente Mallory fand. Was ich irgendwie nicht tragisch fand, war der Versuch trotz Miles Besessenheit und Kontrollzwang mit ihm eine Beziehung zu führen, denn wenn wir mal ehrlich sind, wünschen sich doch einige von uns so umsorgt zu werden wie Mallory von Miles umsorgt wurde. Ich mag es, wenn Autoren nah an der Realität bleiben und entgegen der meisten Behauptungen, dass es absurd sei nach so einem Stalking-Akt beim Täter zu bleiben, würde ich gerne mal die Hände sehen, die einen gutaussehenden Milliardären mit einem ausgeprägten Beschützerinstinkt ablehnen würden, nur weil es die Feministin in ihnen beleidigt. Mallory hat in mir zwiegespaltene Gefühle geweckt und wirkte auf mich teilweise wie zwei unterschiedliche Personen. Getrennt kann man sie gut einordnen nur zusammen wird es etwas merkwürdig.

Protagonist Miles ♥️

Miles ist reich, gutaussehend, mächtig und völlig besessen von Mallory. Man weiß nicht ob man an manchen Stellen des Buches nicht doch die weiße Hab-Mich-Lieb-Jacke auspacken soll denn so einiges an ihm ist gruselig. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto tiefer kann man einen Einblick in seine Psyche werfen und zurück bleibt ein einfaches, rohes Verlangen zu beschützen. In diesem Fall richtet sich dieses Verlangen auf Mallory. Miles Denkweise ist pragmatisch. Gibt es ein Problem, schafft er es aus dem Weg. Nur Mallory kann wirklich zu ihm durchdringen, was ihn mir gleich auf Anhieb sympathischer macht. Da kann ich auch über den ein oder anderen Kontrollzwang hinwegsehen. Auch seine Art, am Ball zu bleiben, nicht aufzugeben und um Mallory zu kämpfen finde ich süß, ein bisschen zu viel des Guten aber dennoch süß. Alles in Allem hat Miles zwar mein Herz nicht im Sturm erobert aber als Romanfigur und als nichtexistierender Mann finde ich ihn gar nicht mal so gruselig.

Story-Aufbau ♥️

Die Story beginnt mal auf eine ganz andere Weise was ich erfrischend finde, kein Klischeehaftes aneinander herantasten. Nein im Gegenteil, Miles hat sein Herz längst verloren und Mallory muss es noch verlieren, was eine ganz neue Konstellation ist. Trotz Miles Besessenheit von Mallory macht es wirklich Spaß zu sehen wie der erste direkte Kontakt zwischen den beiden aufgebaut wird und auch nach verräterischen Hinweise von Miles Seite Ausschau zu halten. Immer wieder dachte ich, oh nein jetzt hat er sich verraten. Und dann hat er doch noch eine logische Erklärung aus dem Hut gezaubert. Wenn man über die paar völlig irrationalen Handlungen der Beiden hinwegschaut macht es eigentlich richtig Spaß zu lesen und an prickelnden Stellen mangelt es auch nicht. Man muss sich halt immer vor Augen halten, dass Miles kein ekliger armer Schlucker ist sondern aussieht wie ein Model und dazu noch Milliardär. Dann sieht man die Geschichte als Lovestory und nicht als Folge von Law & Order.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 

Message an die Autorin ♥️

Liebe Alexa du hast all die schmutzigen Fantasien zusammengepackt und sprichst damit die rohen Gefühle eines Menschen an. Der Drang zu beschützen, zu kontrollieren, die verworrenen irrationalen Gefühle der Liebe. Manche rümpfen vielleicht die Nase darüber doch ich bin Feministin genug um zuzugeben, dass einige von Miles dunkeln Begierden keinesfalls so abstoßend auf mich gewirkt haben, wie es mir die Gesellschaft eintrichtern möchte. Also mach genau so weiter, die Welt braucht mehr Autoren die an den verklemmten Gitterstäben der Gesellschaft rütteln.

Instagram: Zeilenwanderzauberin

 

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Rezension zu „Vicious Love“ von L. J. Shen

Klappentext ♥️

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron „Vicious“ Spencer gegenübersteht. Vicious, der ihr das Leben einst zur Hölle gemacht hat. Vicious, der nie nett, immer furchtbar zu ihr war. Vicious, der sie ans andere Ende der USA und weg von ihrer Familie getrieben hat. Vicious, der einzige Mann, den sie je geliebt hat.

Inzwischen ist er ein erfolgreicher Anwalt und leitet mit seinen drei besten Freunden ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen. Emilia, die es kaum schafft, sich und ihre kranke Schwester über die Runden zu bringen, weiß, dass Vicious der letzte Mann ist, den sie jetzt in ihrem Leben gebrauchen kann. Und doch kann sie sich wie damals schon einfach nicht von ihm fernhalten …

Protagonistin Emilia ♥️

Emilia ist ein ganz normales Mädchen mit einem Faible für ausgefallene Klamotten. Sie ist aufrichtig, chaotisch und manchmal geradezu selbstzerstörerisch. Obwohl sie voller Selbstzweifel ist, weiß sie was sie will. Aus dem Mädchen vom Lande wird im Verlauf des Buches eine mutige junge Frau. Lässt sie sich am Anfang noch viel von Vic gefallen, lässt sie ihn zum Ende hin zu Kreuze kriechen.  Das gefällt mir an ihr, sie beschützt nicht nur ihre Schwester und ihre Familie, sondern auch ihr Herz. Emilia macht eine wahnsinnig große Entwicklung durch. Besonders hat mir gefallen, dass sie nicht nur in eine Schublade gedrückt wurde. Sie ist weder extrem zurückhaltend noch ist sie laut. Ihr Charakter besteht aus so vielen Facetten. Sie kann sowohl sanft als auch wütend sein, genervt und amüsiert, selbstbewusst und schüchtern. Auch ihr Mitgefühl und ihre Art das Leben zu genießen haben mir gefallen. Sie lebt ein wenig in den Tag hinein, verliert sich nicht in Tagträumen und nimmt jede Hürde wie sie kommt. Für mich ist Emilia eine aufrichtige und liebenswürdige Person die eigentlich nur irgendwie durchs Leben kommen will.

Protagonist Vicious ♥️

Vic ist gnadenlos seinen Feinden gegenüber. Mit seinen tiefen Narben sowohl auf der Haut, als auch auf der Seele, kann man es ihm nicht verübeln. Von Rachegedanken zerfressen, vom Leben gezeichnet und wie ein verwundetes Tier mit ausgefahrenen Krallen um sich schlagend. Ja Vicious kann gnadenlos sein wie der Teufel. Umso schöner ist es, wenn seine sanfte Seite zum Vorschein kommt. Obwohl er alle Eigenschaften eines Bad-Boys hat, ist sein Charakter keinesfalls flach. Er hat einfach seine eigene Ausdrucksweise, seinen eigenen Kopf. Das Leben hat ihm beigebracht, dass er sich nehmen muss, was er will und das tut er. Auch Vic entwickelt sich im Laufe des Buches. Stück für Stück lässt er alten Schmerz hinter sich. Er vergibt nicht, vergisst nicht aber er wacht endlich auf, erkennt was wichtig ist. Er macht sogar eine größere Entwicklung durch als Emilia. Er will sich ändern und was Vic will, das schafft er auch. Vic hat zwei Gesichter und am Anfang denkt man, beide wären kalt wie Eis. Doch je mehr man ihn auf seinem Weg begleitet, desto klarer wird, Vicious ist keinesfalls aus Eis gebaut. Tatsächlich geht er als erwachsener Mann erheblich nüchtern an seine Gefühle heran. Ihm wird schnell klar, wie seine Gefühle zu Emilia sind. Er streitet es weder ab, noch druckst er lange herum, was ich herrlich erfrischend finde. Er hat es nicht nötig zu leugnen, tut nicht unnahbar, klärt die Fronten. Vic mag ein Bad-Boy sein, doch er ist auch intelligent und realistisch. Diese Kombination raubt mir den Atem.

Story-Aufbau ♥️

J. Shen verdreht einem mit ihrem Vic den Kopf. Doch nicht nur der knallharte Bad-Boy macht Vicious Love so gut, es ist die Kombination aus Liebe und Verlangen die so berauschend ist. Emilia und Vic, hell und dunkel, arm und reich, freakig und straight. Ja die beiden brachten mich zum Schmunzeln denn sie sind so gegensätzlich und doch passen sie perfekt zusammen. L. J. Shen hat einen unglaublich guten Schreibstil und weiß schon mit wenigen Worten Emotionen zu wecken. Ich fieberte mit, freute mich, war traurig, frustriert und glücklich. Alles was ein Bestseller haben muss ist vorhanden. Vic und Emilia schaffen eine so außergewöhnliche Atmosphäre, dass ich jede Seite verschlungen habe. Ich freue mich schon riesig auf den nächsten Band.

Anmerkung ♥️

Ich hatte die Ehre Vicious Love im Rahmen einer Leserunde vorablesen zu dürfen. Erstmal herzlichen Dank an die Lesejury.de für diese Erfahrung. Es war meine erste Leserunde bei Euch und es war ein tolles Erlebnis. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht mit den anderen Teilnehmern über den Story-Verlauf zu diskutieren, den Werdegang von Vic und Emilia zu analysieren und die Meinungen der Anderen zu lesen. Das Manuskript von Vicious Love war dann noch die Kirsche auf dem Eisbecher. Ich habe mich so darüber gefreut und werde es hüten wie meinen Schatz. Ein Buch ist etwas Wundervolles, doch ein Manuskript ist einzigartig.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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Rezension zu „13 – Das Tagebuch“ von Carl Wilckens

Klappentext ♥️

Godric End, Symbolfigur des Bürgerkriegs in Dustrien, ist in Gefangenschaft geraten. Für eine Zigarette pro Tag erzählt er den Insassen von Zellenblock 13 seine Geschichte:
Ich war elf, als ich zum ersten Mal tötete. Meine Jugend verbrachte ich im Rumpf der Swimming Island, fern vom Sonnenlicht. Erbarmungslose Piraten waren meine Familie. Hunger war mein einziger Freund. Worte wie Vertrauen oder Hoffnung bedeuten mir nichts. Das Leben eines Menschen ist für mich nicht mehr wert als das einer Ratte. Ich bin mehr Bestie denn Mann und ich giere nach einer Droge namens Perl.
Trotzdem nennt man mich einen Helden. Einen Freiheitskämpfer. Aber die Wahrheit über mich ist ein scheues und manchmal hässliches Tier.
Ihr glaubt, die Magie sei ein Mythos. Aber es gibt noch Alchemisten an den verborgenen Orten dieser Welt. Und ihr ahnt nicht, welche Gefahr hinter den Spiegeln lauert. Ihr habt vermutlich nicht einmal bemerkt, dass die Sterne am Himmel einfach verschwinden.
Ihr sollt meine Geschichte hören. Von meiner Zeit als Auftragsmörder und von meiner ersten Liebe. Vom Tagebuch, mit dem alles begann. Von der Suche nach meiner Schwester und dem Untergang der Welt. Düster, abenteuerlich und unglaublich fesselnd.

Protagonist Godric End ♥️

Godric ist unser Anti-Held und nimmt uns mit in sein Leben das Geprägt von Gewalt und Schmerz ist. Durch ein unglückliches Ereignis landet er in einer Welt in der der tägliche Kampf ums Überleben, Blut und Hunger an der Tagesordnung stehen. Gleich von Anfang an fesselt er mich mit seiner Geschichte aber auch mit seinem Mut und dem Willen zu überleben. Godric erzählt uns von seinem Leben, das so düster ist, dass kein Licht zu finden ist und doch sucht man nach Hoffnung. Wir gehen ein langes Stück seines Weges mit ihm. Und von einem kleinen Jungen der zum Opfer wurde bleibt ein erwachsener Krieger zurück. Obwohl die grausame Umgebung in der er zum Mann heranwuchs ihm fast sein ganzes Selbst nahm, weckt Godric viel Sympathie in mir. Als er sich endlich befreien kann wird mir auch klar warum. Denn unser Anti-Held hat sich in der tiefe seiner Seele, sein Herz bewahrt, eingepackt in Eis. Er versucht Frieden zu finden, stolpert aber über etwas, das ihn seine Ziele neu sortieren lässt. Dieses Ereignis zeigt, dass er immer noch beschützen will, dass immer noch etwas Menschliches in ihm steckt. Und Godric End beendet seine Geschichte mit 13 –  Das Tagebuch nicht.

Story-Aufbau ♥️

Carl Wilckens nimmt uns mit in eine Welt, wo Gut und Böse kaum zu unterscheiden sind. Er verleitet uns dazu darüber nachzudenken, was es heißt, wenn der Zweck das Mittel heilt. Man könnte das Buch fast schon in zwei Abschnitte einteilen. Im ersten bestreiten wir mit Godric sein Leben, kämpfen, morden, überleben. Im zweiten gehen wir dem Verbleib seiner Schwester nach. Ist die eine Seite grausam und brutal, so nahe an der nackten Realität wie es nur geht, ist die andere vollgestopft von Magie, mystischem, unerklärlichem. Carl schickt uns auf eine Reise, in der man sich nicht sicher ist ob sie erträumt oder real ist. Mit Wesen von dessen Existenz keiner von uns überzeugt ist.  Diese Kombination aus Realität und Wahnsinn machen dieses Buch so unglaublich faszinierend. Man taucht in eine Welt ein die es so bis dato noch nicht gegeben hat. Faszinierend, düster, geheimnisvoll, trostlos und doch magisch, aufregend, abenteuerlich. Jeder im Zellentrakt 13 lauscht der Geschichte von Godric End, und vertrau mir, wenn ich dir sage, dass du es auch wirst.

Fazit ♥️

Ich kann nicht sagen, je ein vergleichbares Buch gelesen zu haben. Und doch habe ich es in einem Zug durchgelesen und hungere schon nach dem nächsten Band. Carl Wilckens hat eine unglaubliche Art zu schreiben und hat eine ebenso unglaubliche Welt erschaffen. Man konnte so gut wie nie voraussagen, was geschehen wird und das ist wirklich selten. Einzig eine Sache war von Anfang an klar, Godric End hat eine faszinierende Geschichte zu erzählen. Das Buch nimmt eine überraschende Wendung, was es noch besser macht. Man fühlt sich ein wenig wie Alice im Kaninchenbau, an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Während des Lesens hat man immer diesen gebrochenen Krieger vor sich und nach jedem Kapitel werden alte Fragen beantwortet und neue tauchen auf.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Lieber Carl, am Anfang des Buches hast Du mich schon eingenommen, doch Du hast bis zum Schluss immer wieder einen draufgelegt. Du hast deine ganz eigene Art zu schreiben und diese ist besonders und einzigartig. Ich bin hin und weg und freue mich schon auf mehr.

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Rezension zu „Die fremde Prinzessin“ von Sabrina Qunaj

Klappentext ♥️

Wales 12. Jahrhundert: Basilia, uneheliche Tochter einer Magd und des mächtigen Richard de Clares, wird mit fünfzehn nach Irland gebracht, wo sich ihr Vater ein bedeutendes Reich geschaffen hat. An der Seite ihrer Stiefmutter, der schillernden irischen Prinzessin Aoife, beginnt für Basilia ein neues Leben. Sie lernt das fremde, raue Land lieben, in dem die Clans sich erbittert gegen die Herrschaft de Clares‘ wehren. Als dieser seine Tochter mit einem seiner grausamen Gefolgsmänner vermählt statt mit ihrer heimlichen Liebe, dem Ritter Raymond FitzGerald, stürzt das nicht nur Basilia ins Unglück. Denn die Fehde zwischen Raymond und ihrem Vater löst blutige Unruhen im ganzen Land aus …

Protagonistin Lia ♥️

Lia nimmt uns mit in eine Welt voll Ehrgefühl, Stolz und Verantwortung. Als uneheliche Tochter von Richard de Clares wuchs sie bescheiden auf dem Hofe des Ehemannes ihrer Mutter auf. Genau das ist es, was mir Lia so sympathisch macht. Sie erwartet nicht viel, ist glücklich durch die kleinen Dinge im Leben und vor allem ist sie unbezähmbar. Ich mag ihren eigensinnigen Kopf, ihren Kampfgeist und ihre natürliche Art. Sie will ihr Leben mit vollem Herzen führen, weshalb sie auch an ihrer Liebe festhält. Doch sie ist auch gütig und aufrichtig. Lia hat von allem etwas und genau das mag ich so an ihr. Obwohl sie im Verlauf der Geschichte viele Rückschläge einstecken muss, rumgeschubst und als Schachfigur verwendet wird, gibt sie nicht auf. Sie will Freiheit, sie will ihren Weg gehen, sie will ihrem Herzen folgen. Ist Lia am Anfang noch ein Mädchen wächst sie zur Frau heran, dabei behält sie jedoch ihr großes Herz und ihren Glauben an ein Happy-End.

Story-Aufbau ♥️

Die fremde Prinzessin ist der vierte Band der historischen Reihe von Sabrina Qunaj, obwohl ich die ersten drei Bänder nicht gelesen habe, hatte ich keine Probleme dem Verlauf der Geschichte zu folgen. Wir begleiten Lia auf ihrem Weg und treffen dabei allerlei von Menschen vom reichen Adel bis zur Dienstmagd ist alles dabei. Es ist wie eine Reise durch die Zeit. Das 12. Jahrhundert wartet mit so einigen Hochs und Tiefs auf. Besonders hat mir gefallen, dass sehr auf alte Bräuche wertgelegt wurde. Selbst für mich als Leihe ist klar, Sabrina Qunaj hat unglaublich gut recherchiert. Dadurch wirkte die ganze Geschichte sehr realitätsnahe. Ich musste wirklich mitfiebern. Stolze 607 Seiten hat der historische Roman und jede Seite davon war wichtig. Denn die Welt die Sabrina da erschuf, braucht eben Platz. Endlich mal kein Roman, den ich nach ein paar Stunden durch habe, so kann man sich ein richtiges Bild von Lia und ihrem Leben machen.

Gestaltung ♥️

Hervorheben möchte ich dieses Mal die Gestaltung des Buches denn Sabrina Qunaj hat da wirklich mitgedacht, denn gleich zu Beginn begrüßt uns ein Stammbaum der uns vor allem über die De Clares und die Geraldines aufklärt. Weiter geht’s mit einer irisch/englischen Karte worauf man Lias Reise nachvollziehen kann. Dann folgt auch noch eine Charakterauflistung, worin alle wichtigen Personen aufgelistet und eine kleine Erläuterung, wer sie denn sind, eingefügt ist. So kann man während des Lesens immer mal wieder spicken, wer denn gerade Lias Weg kreuzt. Im Nachwort wird uns von der Autorin nochmal etwas zu ihren Recherchen und der historisch belegten Zukunft der Charaktere verraten. Alles in allem finde ich diese Art der Gestaltung unglaublich gut. Noch nachvollziehbarer kann man es nicht machen.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Sabrina, es war mir eine Freude Lia auf ihrem Weg zu begleiten. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und jedes Wort hat mich gefesselt. Lia ist zu einer sagenhaft mutigen Frau geworden und hat sich in mein Herz eingenistet. Ich freue mich schon auf neuen Lesestoff von dir. Du hast da etwas wirklich Tolles erschaffen.

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Rezension zu „Perfektion“ von Laura Kier

Klappentext ♥️

Du wurdest verändert, deine DNA ist nun perfekt und du darfst Kinder bekommen. Doch bist du bereit, den Preis dafür zu bezahlen?

Der skrupellose Forschungskonzern Genteck Systeme will Adaras ungeborenes Kind und tötet jeden, der im Weg steht. Adara flieht und kämpft fortan ums Überleben. Die Drohnen von Genteck kreisen am Himmel, in den verlassenen Stollen lauern Kopfgeldjäger und wohin sie auch geht, ist das Wasser giftig. Dennoch gibt es für Adara nur ein Ziel: Die Schwestern der Auferstehung. Aber können diese Rebellen sie und ihr Ungeborenes wirklich vor Genteck beschützen?

Protagonistin Adara (Illaira) ♥️

Ich muss gestehen, leider ist der komplette Charakter von Adara ein wenig verloren gegangen, ob das nun an dem Verlust der Erinnerungen liegt oder an etwas anderem kann ich nicht sagen. Es war schwer mich in Adara einzufühlen, da sie mir die meiste Zeit wie ein Roboter vorkam. Essen, schlafen, flüchten. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Mir hat ein wenig die Tiefe ihres Charakters gefehlt. Die Gefühle, die Zweifel, die Beweggründe. Immer wieder betont sie zwar, dass sie ihr Kind schützen will, doch der emotionale Aspekt hat mir einfach gefehlt. Eine Passage in der sie ernsthaft ihr Kind und ihre Gefühle zu diesem betont, hat komplett gefehlt. Wenn man so einen beschwerlichen Weg für sein ungeborenes Kind geht, dann wird man ja wohl mal über seinen Bauch streicheln und ihm etwas zuflüstern oder irgendeine Art von Zuneigung zeigen. So denke ich jedenfalls, weshalb ich mit Adara nicht warm geworden bin. Nicht mal als sie San begegnet und die Wahrheit erfährt, zeigt sie übermäßige Gefühle. Wirklich, die ganze Zeit dachte ich: Da kommt bestimmt noch ne Stelle wo rauskommt, dass man ihr die Fähigkeit zu Lieben genommen hat. Denn ungefähr so hat es sich angefühlt. Wie eine kalte raue Erzählung von einer Frau mit einem Fötus. Nicht mein Stil. Ich konnte Adara einfach nicht fühlen.

Protagonist San ♥️

San war mir sympathischer als Adara aber haut mich auch nicht um. Er liebt seine Frau, versucht zu rebellieren und reißt sich wenigstens für Adara ein Bein aus (im übertragenen Sinne). Obwohl man von ihm weit mehr erfährt als von Adara, sind alle Informationen trotz allem noch oberflächlich. Doch wenigsten hat San einen Charakter, er zeigt Wut, Angst, Entschlossenheit, Lebenswille, Liebe und er setzt Prioritäten. Das war mehr als man von Adara sehen konnte. Seine grummelige Art fand ich gut und sein Charakter hatte definitiv tiefe, leider aber auch zu wenig Spielraum. Hier ein paar Fetzen und da ein paar Passagen. Natürlich hoffe ich, dass man über ihn im zweiten Band mehr erfährt.

Story-Aufbau ♥️

Die Grundgeschichte von Perfektion ist nicht neu aber durchdacht. Auch, dass System von Genteck, die verseuchte Welt. Laura Kier hat da wirklich ein gutes Konzept. Leider ging das alles etwas verloren. Denn im Endeffekt handelt das Buch von Adara und San wie sie flüchten und flüchten und flüchten. Zwischen dem Flüchten sterben die meisten, denen Adara begegnet. Die Schwestern, die die Rebellion bilden, eine Geheimorganisation aus Rebellen, wird öfter erwähnt, jedoch nicht wirklich auf sie eingegangen. Kurz wird umschrieben wer sie sind, was sie tun und was sie wollen. Das wars. Aber vielleicht kommt im zweiten Band mehr davon. Alles wichtige wird angesprochen, aber selten auf etwas eingegangen. Das nahm nicht nur Adara die Tiefe, sondern auch dem ganzen Buch. Ein immer wieder unterbrochenes Video soll Aufklärung versprechen, verwirrt den Leser aber mehr. So ging es mir eigentlich das ganze Buch über, ich war verwirrt, weil ich mehr erwartet habe. Nach jedem eröffneten Geheimnis, wartete ich auf mehr, doch es kam einfach nichts. Weder wurde näher auf Genteck eingegangen (sie sind eine weltbeherrschende Organisation, die aus einem nicht bekannten Grund auf „gute“ Gene scharf sind und Drohnen durch die Straßen jagen, die Leute töten) noch auf Adara, ihrem Leben vor der Flucht. Bis auf, dass sie Genteck als Lügner bezeichnet, kommt nicht viel. Warum sind sie Lügner? Wann hat sie mit zweifeln begonnen? Was war der Grund, warum sie sofort flüchtete? Im Endeffekt teilt ihr Tally mit: Lauf, sie nehmen dein Kind weg. Und Adara läuft und verteufelt Genteck sofort? Vielleicht habe ich ja ein paar Kapitel überlesen, aber die Hintergrundstory existiert einfach nicht. Das Buch war extrem kurz, zu kurz um das ganze Spektrum einzufassen. Wenn man so ein großes Gerüst baut, muss es auch entsprechend Platz haben sich zu entfalten. Leider wirkte es einfach nur gehetzt. Als würde man schnell durchwatscheln wollen. Schade, hätte man die doppelte Menge an Seiten genommen, wäre vielleicht noch mehr Platz für Gefühle und Erklärungen gewesen.

Bewertung ♥️

1 von 5 Sternen ⭐️ 

Message an die Autorin ♥️

Liebe Laura, gerne würde ich besser urteilen und vielleicht werden alle meine Bedenken mit dem zweiten Band im Keim erstickt, doch der erste Band konnte mich einfach nicht überzeugen. Es war zu viel Material gequetscht auf zu wenig Seiten mit einem zu einfachgehaltenen Handlungsverlauf.

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Rezension zu „Zwischen drei Fronten“ von Katie Weber

Klappentext ♥️

Manchmal ist das Leben mehr als ungerechnet – ganz besonders, wenn man ohnehin hart vom Schicksal gestraft wurde. Dennoch bleibt Gracey Harris nichts erspart. Wie ein Magnet zieht sie das Unglück scheinbar magisch an. Zuerst verliert sie Job und Wohnung und muss zurück in ihre ungeliebte Heimat – in die Einöde Idahos. Dann taucht wie aus dem Nichts auch noch ausgerechnet Nick Scottfield auf. Nick, der sie ihre gesamte Kindheit über ärgerte und piesackte, wo er nur konnte. Nick, der arrogante und selbstgefällige, blöde Elch, den sie auf den Tod nicht ausstehen kann. Nick, der ab sofort ihr Mitbewohner ist, ganz egal wie sehr sie sich dagegen sträubt. Was Gracey jedoch nicht ahnt: Sie und Nick haben mehr gemeinsam als sie bisher glaubt.

Protagonistin Gracey ♥️

Eine junge Frau, mit Verbitterung und Wut im Herzen. Gracey hat unglaublich viel durchmachen müssen und ihre Narben machen sie zu etwas Besonderem. Besonders ihre Wut auf ihren Dad und das Gefühl der Machtlosigkeit ging mir nahe. Es kam mir so vor, als würde sie sich selbst in einen Käfig sperren, einen Käfig, den sie aus Hass und Wut gebaut hat. Berührt haben mich ihre selbstauferlegten Lasten, an die sie sich klammerte und als sie diese endlich losließ atmete ich automatisch mit ihr auf.  Während der Geschichte beginnt sie ihr Gefängnis Stück für Stück aufzubrechen. Gracey´s Schicksal geht einem nahe, doch auch ihr Mut und ihren Willen nicht aufzugeben reißen einen von Anfang an mit. Aufgeben ist keine Option für sie. Diese Stärke gepaart mit ihrem Verarbeitungsprozess fesselten mich. Gracey ist schön, trotz ihrer seelischen Narben und als sie endlich versteht, dass sie nicht alleine ist, kommt ein das Leben liebendes Mädchen zum Vorschein. Sie hat mich einfach umgehauen mit ihrer Art, dem Leben zu trotzen. Eine Kämpferin die alle Karten nutzt, die ihr das Leben zusteckt.

Protagonist Nick ♥️

Nick hat unglaublich reif auf mich gewirkt. Nicht nur, dass er sich sicher ist, was er im Leben erreichen will, auch die Entschlossenheit, vergangene Fehler auszubügeln, fasziniert mich. Er versteckt sich nicht, wirkt auf mich, als sei er mit sich und dem Leben im Reinen. Nick ist geerdet, hat Wurzeln geschlagen und genau das ist es, was ihn wunderschön macht. Es scheint, als würde er die Wut, die Gracey nutzt um weiterzukämpfen, entziffern und verstehen. Dieses Einfühlungsvermögen und auch seine Hoffnung auf ein Happy End berühren mein Herz. Nick ist wie ein Fels in der Brandung, er ist derjenige, der einen auffängt, wenn man fällt. Es war unglaublich schön mitanazusehen, wie er um sie kämpft und wie er ihr gleichzeitig den Weg in eine schmerzfreie Zukunft ebnet. Diese Eigenschaft und seine Verbindung zu Gracey machen „Zwischen drei Fronten“ zu etwas Magischem.

Story-Aufbau ♥️

Wiedermal eine Glanzleistung von der lieben Katie Weber. Sie beweist, es braucht keinen großen Tiefpunkt, keine bösen Überraschungen. „Zwischen drei Fronten“ steckt voller Gefühlen, Wut, Liebe, Hass, Freundschaft. Gracey und Nick sind so unterschiedlich und doch gleich. Es kam mir so vor als sei er ihr einfach nur ein paar Schritte voraus. Jetzt steht er am Ziel und wartet darauf, dass auch Gracey den Mut findet, die letzten Schritte zu gehen. Und wie ein Puzzle-Teil fügt sich zusammen, was zusammengehört. Gracey und Nick sprechen ihre eigene Sprache und während Gracey beginnt sich von den Schatten der Vergangenheit zu befreien, streckt Nick ihr seine Hand hin um sie in die Zukunft zu begleiten.

Bewertung ♥️

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Message an die Autorin ♥️

Liebe Katie, ein perfekter Abschluss der Mitbewohnerreihe und wiedermal magisch. Eine so komplexe Verbindung, eine so schöne Geschichte. Ich musste lachen und es standen mir Tränen in den Augen. Habe mitgefiebert und geschmunzelt. Dieses Mal war es diese einzigartige Verbindung von Gracey und Nick, die Magie des Augenblicks, die mich dieses Buch verschlingen lies.

 

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