Allgemein

Rezension zu „Perfektion“ von Laura Kier

Klappentext ♥️

Du wurdest verändert, deine DNA ist nun perfekt und du darfst Kinder bekommen. Doch bist du bereit, den Preis dafür zu bezahlen?

Der skrupellose Forschungskonzern Genteck Systeme will Adaras ungeborenes Kind und tötet jeden, der im Weg steht. Adara flieht und kämpft fortan ums Überleben. Die Drohnen von Genteck kreisen am Himmel, in den verlassenen Stollen lauern Kopfgeldjäger und wohin sie auch geht, ist das Wasser giftig. Dennoch gibt es für Adara nur ein Ziel: Die Schwestern der Auferstehung. Aber können diese Rebellen sie und ihr Ungeborenes wirklich vor Genteck beschützen?

Protagonistin Adara (Illaira) ♥️

Ich muss gestehen, leider ist der komplette Charakter von Adara ein wenig verloren gegangen, ob das nun an dem Verlust der Erinnerungen liegt oder an etwas anderem kann ich nicht sagen. Es war schwer mich in Adara einzufühlen, da sie mir die meiste Zeit wie ein Roboter vorkam. Essen, schlafen, flüchten. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Mir hat ein wenig die Tiefe ihres Charakters gefehlt. Die Gefühle, die Zweifel, die Beweggründe. Immer wieder betont sie zwar, dass sie ihr Kind schützen will, doch der emotionale Aspekt hat mir einfach gefehlt. Eine Passage in der sie ernsthaft ihr Kind und ihre Gefühle zu diesem betont, hat komplett gefehlt. Wenn man so einen beschwerlichen Weg für sein ungeborenes Kind geht, dann wird man ja wohl mal über seinen Bauch streicheln und ihm etwas zuflüstern oder irgendeine Art von Zuneigung zeigen. So denke ich jedenfalls, weshalb ich mit Adara nicht warm geworden bin. Nicht mal als sie San begegnet und die Wahrheit erfährt, zeigt sie übermäßige Gefühle. Wirklich, die ganze Zeit dachte ich: Da kommt bestimmt noch ne Stelle wo rauskommt, dass man ihr die Fähigkeit zu Lieben genommen hat. Denn ungefähr so hat es sich angefühlt. Wie eine kalte raue Erzählung von einer Frau mit einem Fötus. Nicht mein Stil. Ich konnte Adara einfach nicht fühlen.

Protagonist San ♥️

San war mir sympathischer als Adara aber haut mich auch nicht um. Er liebt seine Frau, versucht zu rebellieren und reißt sich wenigstens für Adara ein Bein aus (im übertragenen Sinne). Obwohl man von ihm weit mehr erfährt als von Adara, sind alle Informationen trotz allem noch oberflächlich. Doch wenigsten hat San einen Charakter, er zeigt Wut, Angst, Entschlossenheit, Lebenswille, Liebe und er setzt Prioritäten. Das war mehr als man von Adara sehen konnte. Seine grummelige Art fand ich gut und sein Charakter hatte definitiv tiefe, leider aber auch zu wenig Spielraum. Hier ein paar Fetzen und da ein paar Passagen. Natürlich hoffe ich, dass man über ihn im zweiten Band mehr erfährt.

Story-Aufbau ♥️

Die Grundgeschichte von Perfektion ist nicht neu aber durchdacht. Auch, dass System von Genteck, die verseuchte Welt. Laura Kier hat da wirklich ein gutes Konzept. Leider ging das alles etwas verloren. Denn im Endeffekt handelt das Buch von Adara und San wie sie flüchten und flüchten und flüchten. Zwischen dem Flüchten sterben die meisten, denen Adara begegnet. Die Schwestern, die die Rebellion bilden, eine Geheimorganisation aus Rebellen, wird öfter erwähnt, jedoch nicht wirklich auf sie eingegangen. Kurz wird umschrieben wer sie sind, was sie tun und was sie wollen. Das wars. Aber vielleicht kommt im zweiten Band mehr davon. Alles wichtige wird angesprochen, aber selten auf etwas eingegangen. Das nahm nicht nur Adara die Tiefe, sondern auch dem ganzen Buch. Ein immer wieder unterbrochenes Video soll Aufklärung versprechen, verwirrt den Leser aber mehr. So ging es mir eigentlich das ganze Buch über, ich war verwirrt, weil ich mehr erwartet habe. Nach jedem eröffneten Geheimnis, wartete ich auf mehr, doch es kam einfach nichts. Weder wurde näher auf Genteck eingegangen (sie sind eine weltbeherrschende Organisation, die aus einem nicht bekannten Grund auf „gute“ Gene scharf sind und Drohnen durch die Straßen jagen, die Leute töten) noch auf Adara, ihrem Leben vor der Flucht. Bis auf, dass sie Genteck als Lügner bezeichnet, kommt nicht viel. Warum sind sie Lügner? Wann hat sie mit zweifeln begonnen? Was war der Grund, warum sie sofort flüchtete? Im Endeffekt teilt ihr Tally mit: Lauf, sie nehmen dein Kind weg. Und Adara läuft und verteufelt Genteck sofort? Vielleicht habe ich ja ein paar Kapitel überlesen, aber die Hintergrundstory existiert einfach nicht. Das Buch war extrem kurz, zu kurz um das ganze Spektrum einzufassen. Wenn man so ein großes Gerüst baut, muss es auch entsprechend Platz haben sich zu entfalten. Leider wirkte es einfach nur gehetzt. Als würde man schnell durchwatscheln wollen. Schade, hätte man die doppelte Menge an Seiten genommen, wäre vielleicht noch mehr Platz für Gefühle und Erklärungen gewesen.

Bewertung ♥️

1 von 5 Sternen ⭐️ 

Message an die Autorin ♥️

Liebe Laura, gerne würde ich besser urteilen und vielleicht werden alle meine Bedenken mit dem zweiten Band im Keim erstickt, doch der erste Band konnte mich einfach nicht überzeugen. Es war zu viel Material gequetscht auf zu wenig Seiten mit einem zu einfachgehaltenen Handlungsverlauf.

Instagram: Zeilenwanderzauberin

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