Allgemein

Rezension zu „Be Still“ von Katie Weber

Klappentext:

Als hätte er nicht schon genug mit seinem Image und den daraus entstandenen Karriereproblemen zu kämpfen, begegnet der kanadische Eishockey-Star Cage Lancaster ausgerechnet auf der Hochzeit seiner Ex-Freundin seiner ersten großen Liebe Alexis nach knapp fünf langen Jahren wieder. Die Freude darüber währt jedoch nur kurz, denn Alexis konfrontiert ihn plötzlich mit einer Wahrheit, die bereits viel zu lange verschwiegen wurde – mit ihrer vierjährigen Tochter Josie, die Cage verdächtig ähnlich sieht.

Protagonistin Alexis
Alexis hat es ja wirklich nicht einfach, als Mutter von Josie und damit als Verantwortliche für Cages Unwissenheit bezüglich seiner Tochter, büßt sie schon beim Klappentext von ganz alleine Sympathiepunkte ein. Doch all das macht sie mit ihrer Art wieder wett. Denn wie sehr Alexis mit sich gekämpft hat, wie verzweifelt sie Buße tun möchte, bricht einem einfach das Herz. Menschen machen Fehler, dadurch sind sie nicht böse und Alexis ist der Beweis dafür. Sie hat eine Entscheidung aus dem Bauch heraus getroffen, die viele nicht nachvollziehen können, doch sie scheut sich nicht davor, vor Cage in die Knie zu gehen. Alexis ist bereit die Konsequenzen zu tragen, was sie zu einer unglaublich starken jungen Frau macht. Sie erwartet keine Vergebung, doch sie bittet darum. Und als man die Achterbahn der Gefühle mit ihr beschreitet, ist man sofort gewillt, ihr diese zu geben. Denn eines ist klar, Alexis ist eine Löwenmama, die einfach nur versucht, das kleine Würmchen, das sie unter dem Herzen trug, zu beschützen. Mir zerging das Herz und nicht nur einmal, wollte ich sie in meine Arme schließen. Alexis hat mein Herz berührt, mich daran erinnert, dass keiner perfekt ist und, dass es nie zu spät ist um das Richtige zu tun. Jede Träne die Alexis weint, weine ich automatisch mit, weil ich so viel Kummer in den Augen dieser wirklich liebevollen Mutter, kaum ertragen kann. Doch genauso freue ich mich über jeden Schritt in Richtung Zukunft, den sie tut und über jedes Lächeln das ihre Lippen verlässt. Alexis hat mich einfach verzaubert und mich bis in die Knochen berührt.

Protagonist Cage
Cage, der einem so wahnsinnig leid tut, wurde zu meinem ganz persönlichen Helden. Als er beginnt, zu realisieren, wie sehr sich sein Leben verändert, macht er eine unglaubliche Entwicklung durch. Man kann förmlich sehen, wie sein Herz mit jedem Kapitel größer wird, weiter. Josie erobert sein Herz im Sturm. Seine unbeholfene Art aber auch sein Pflichtbewusstsein raubt einem den Atem. Wenn man sich einen Vater für sein Kind basteln wollen würde, dann wäre er wie Cage. Er macht Fehler, manchmal ist er auch ein wenig egozentrisch, doch er liebt schlicht und ergreifend sein Kind mit Haut und Haar. Wie er alles daran setzt, Josie näher zu kommen, trieb mir hunderte Male die Tränen in die Augen. Er berührt mit seinem Wunsch, Teil ihres Lebens zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen scheut er keine Aufgabe, stellt sich sogar der emotionalen Demütigung, die er durch Alexis Verrat fühlt. Cage, der lebensfrohe, flatterhafte Eishockeystar hat ein Herz aus Gold. Keine Sekunde verstreicht, in der er nicht beweist, wie sehr er sein Fleisch und Blut liebt. Und schlussendlich ist das doch genau das, was man sich vom Vater seines Kindes wünscht. Es war ein grandioses Gefühl mit Cage den Weg zu gehen, sich mit ihm in seine Vaterroller einzugewöhnen und die Freuden aber auch die damit einhergehende Verantwortung kennenzulernen.

Protagonistin Josie
Ich muss einfach auf dieses unfassbare intelligente, liebenswürdige und herzeroberndes Geschöpf eingehen. Josie hat so ein reines Herz und mit ihren süßen Marotten, ihren Ticks und ihrer unbeschreiblichen Offenheit hat sie mich ebenfalls verzaubert. Ich glaube, gerade weil sie so unvoreingenommen, so herzlich und lustig ist, berührt Be Still so sehr.

Story-Aufbau
Tränenalarm! Ich glaube ich habe noch nie so sehr mitgefühlt beim Lesen wie bei Be Still. Vom ersten Wort an bis zur letzten Seite habe ich mit Alexis und Cage mitgelitten, mitgelacht und war konstant den Tränen nahe. Be Still bringt einen nicht nur zum Nachdenken sondern lässt einen tief in die Gefühlswelt zweier Menschen sehen, die verbunden sind und doch so weit voneinander entfernt stehen und erzählt von einer Liebe, die so rein und bedingungslos ist, wie es keine andere sein kann. Die Liebe zwischen Eltern und Kind. Damit beweist Katie Weber, dass man keine großen Handlungen braucht, denn manchmal sagen Gefühle so viel mehr. Die emotionale Achterbahn die Alexis und Cage durchmachen, die Entwicklung einer Verbundenheit die so zart ist, der Wunsch, ein Geschöpf zu schützen, das einen braucht. Berührend, ergreifend, unvergleichlich. Und wenn man plötzlich das Gefühl hat, dass es mehr gibt auf dieser Welt als Action, weiß man, dass schöne Dinge auch mal traurig sein dürfen. Tränen sind gut, denn sie erinnern uns daran, wie schön es ist zu lachen. Und genau dasselbe macht Be Still.

Message an die Autorin
Katie, Katie, Katie. Wenn es jemand schafft, mich, die mit der Emotionalität eines Steines, zu Tränen zu rühren, dann bist es du. Be Still ist wohl dein größtes emotionales Meisterwerk und schickt den Leser auf eine Reise zu sich selbst. Ich hatte nach dem Lesen das Gefühl, dass kein Stein mehr auf dem anderen Stand. Du hast mir mit deiner Geschichte den Boden unter den Füßen weggezogen und einen ganz anderen Weg gemeißelt. Einen, wo man gerne Tränen vergießt und die Taschentücher zückt. Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, wohin der Weg von Cage Alexis und Josie noch führen wird. Hach, was soll ich dir sagen, das ich dir nicht schon gesagt habe? Höre niemals auf mit Schreiben, damit auch Steine wie ich, mal in Tränen aufgehen können ❤

Bewertung

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️