Was mir hier fehlt ist der Respekt. 

Samstag Abend, und ich sitze hier. Reg mich über Dinge auf, die mich selbst nicht mal betreffen. Ist scheiße, ist aber so.

Immer wieder fällt mir immer öfter auf, wie wir miteinander auf Bookstagram umgehen. Ich rede nicht von Bloggern, ich rede nicht von Autoren, ich rede hier von MENSCHEN.

Es bricht mir das Herz. Es bricht mir das Herz wie wir hetzen, wie wir öffentlich gegen andere vorgehen, ohne uns Bewusst zu machen, was wir da eigentlich tun.

Vor vielen Monaten habe ich schon gesagt, Bookstagram, die ganze Community, ist wie eine Schule. Gerade jetzt, zeigt sie sich von der hässlichsten Seite. Dem Mobbing. Mobbing gegen Menschen, gegen Autoren, gegen Blogger. Was ist hier los? Sollten wir nicht den Mindestanteil an Respekt gegenüber JEDEM Menschen aufbringen? Sollten wir uns vielleicht hin und wieder Überlegen was für eine Scheiße über unsere Lippen kommt? Nicht, weil man die Meinungsfreiheit, die Redefreiheit oder sonst was beschneiden will, einfach nur um Respekt zu zeigen?

Immer mehr kommt mir das hier falsch vor. Unter dem Deckmantel der „eigenen Meinung“ werden Worte benutzt, die man im echten Leben einem atmenden, fühlenden Wesen niemals an den Kopf knallen würde. Worte, die weh tun, die weh tun sollen. Mit Absicht, ohne Verstand. Friss es und schluck es oder stirb. Mir blutet das Herz wenn ich das sehe.

Wer jetzt sagt, es ist die andere Seite schuld, der sollte sich die Worte mal bewusst machen.

Es gibt einen fetten Unterschied zwischen Meinung und Hetze, einen meilenweiten Unterschied zwischen Kritik und Beleidigung, und trotzdem überschreiten hier sowohl Blogger als auch Autoren immer wieder diese Grenze. Es bricht mir das Herz. Es bricht mir das Herz wenn jemand spricht ohne zu denken.

Lesen ist Gefühl, Gefühle können hochkochen. Man kann auch mal daneben greifen, aber dies unter dem Deckmantel der „freien Meinung“ zu setzten und wahrlos Wörter vom Stapel zu lassen und das immer und immer und immer wieder? Ist das euer ernst? Wenn ich jemanden im Büro scheiße finde, gehe ich hin und schreie im Büro wie scheiße die Person ist? NEIN! Entweder ich schweige, schluck es runter oder ich spreche diese Person darauf an. Fange ich an sie zu beleidigen? NEIN! Weil es RESPEKTLOS ist. Und das macht man nicht. Man übt Kritik, auf humane, niveauvolle weise. Was der gegenüber damit anfängt ist seine Sache. Nur weil ein Mensch scheiße ist, muss ich es auch sein? Nur weil dein gegenüber mit ner Knarre umherrennt, machst du das auch? NEIN!
Also warum, warum kann man sich einer Meinung nicht respektvoll stellen, warum kann man eine Meinung nicht respektvoll formulieren? Warum zielt man immer schön auf die Kronjuwelen?

Weil du etwas scheiße findest, muss es nicht scheiße sein. Nur weil jemand dein Buch nicht gefällt, muss es nicht schlecht sein. Das ist das Prinzip, was wir hier immer wieder vergessen. Aber in aller erster Linie vergessen wir, was Worte ausrichten. Worte tun weh, und unter dem Deckmantel der Redefreiheit verteilen wir eine Schelle nach der anderen. Es macht mich rasend, denn übers Internet vergessen hier wohl einige ihre Kinderstube.

Wenn ihr ein Problem habt, dann klärt das mit der besagten Person. Stillvoll, niveauvoll, direkt. Ohne die verfickte ganze Welt einzubeziehen. Wir sind eine starke Generation. Wir wurden zur Selbstständigkeit erzogen. Nutzt diese. Kämpft eure Kämpfe gefälligst selbst.

Wenn ihr jemanden nicht leiden könnt, dann IGNORIERT ihn, nur aufgrund seiner Existenz könnt ihr euch nicht beleidigt fühlen. Ihr könnt Menschen nicht einfach WEGEKELN. Das geht nicht. Auch wenn sie andere Ansichten haben als ihr, auch wenn sie euch scheiße erscheinen. SIE SIND MENSCHEN. WIE JEDER VON EUCH.

Ich bin kein Fan einer Friedefreudeeierkuchenwelt. Ihr müsst auch nicht jedes Buch mögen, ihr müsst nicht jede schlechte Rezension mit einem Lächeln aufnehmen. ABER IHR MÜSST VERFICKT NOCH MAL GRUNDRESPEKT VOR EINEM MENSCHEN HABEN.

Danke. Ende. UND bitte DENKT DOCH HIN UND WIEDER MAL NACH.