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Abschlussrezension und Charakteranalyse Nike und Ella aus der Dark-Reihe von J. S. Wonda

Nike

Als Bruder von Florence war Nike zu Beginn der Reihe sehr undurchsichtig doch mit jedem Kapitel, nistet er sich mehr in mein Herz ein. Eines steht von Anfang an fest, Nike will eigentlich nur das richtige tun. Er versucht die Menschen, die ihm wichtig sind, schon mit seinen jungen Jahren, zu beschützen. Auch wenn er dafür einen eher unkonventionellen Weg gehen muss, hat er doch sein Herz am rechten Fleck. Für seine Schwester würde er durchs Feuer gehen. Er hat Mut, Stolz aber auch einen gesunden Selbsterhaltungstrieb.  Nike steht für das woran er glaubt ein, auch wenn jeder ihm versucht das Gegenteil zu erklären. Dieser sture Kopf ist sowohl auf sein Alter zurückzuführen als auch auf seinen scharfen Verstand. Er verkörpert Intelligenz auf eine Art, die man nicht in Schulen lernt. Ein ausgeprägter Spürsinn und ein bisschen Hochmut gepaart mit dem Willen sich zu beweisen. Nike ist ein Chaot durch und durch, genau das ist es, was ihn so unglaublich liebenswert macht. Immer wieder versucht er Masken zu tragen, die nicht recht passen wollen, Charakterzüge zu vermitteln die er nicht hat. Nike ist durch und durch ein Teenager mit allen Verwirrungen, Problemen, Sturheiten und Hormonkämpfen mit denen Teenager grundsätzlich gebeutelt sind.

Prinzessin Eloise „Ella“

Eine Rose gezüchtet in einem Glas, getrieben zur Perfektion, abgeschottet von Nähe. War sie zu Beginn kalt und unnahbar, entwickelte Ella sich zum Ende hin zu einem leidenschaftlichen Freigeist. Obwohl es oft schwer war, sie zu mögen, hat auch sie einen schönen, starken inneren Kern. Auch wenn viele ihrer Charakterzüge an den Nerven reizen. Ihre Anhänglichkeit, ihr zwanghafter Wunsch nach Kindern, ihre Suche nach Abenteuern, ihre Eifersucht und ihre hinterlistige Art. Manchmal kam sie mir vor wie ein bockiges Kind, das nicht ihr gewünschtes Spielzeug bekam und dann plötzlich setzt sie sich ein, macht sich stark, beginnt zu leben. Aus dem Schönen aber biestigen Schwan wird ein freier Schmetterling, der durch die Käfigstäbe entwischt. Ehe man sich versieht, hat sich Ella ins Herz gebrannt und man vergießt Krokodilstränen für sie. Die Princess of Wales ist eine reine Achterbahn der Gefühle, ein ganz verwirrendes, klobiges aber interessantes Kapitel und trägt ihren Teil dazu bei, die Dark-Reihe zu dem zu machen, was sie heute ist. Ein unglaublich berührendes Abenteuer.

Abschlussrezension der Dark-Reihe Band 1 bis 7

Die Reise ist zu ende, die letzten Worte gelesen mit einem Ende, das berührt. Unsere Protagonisten Alec, Davies und Florence haben uns mit auf ein Abenteuer genommen, das meinetwegen hätte nie enden können. Ja ich habe geschwärmt, ich schwärme immer noch und will die Reihe einfach nicht loslassen. 7 Bänder, 200 Intrigen, 1.000 Glückmomente und 2.000 markierte Stellen später blicke ich Wehmütig dem Ende entgegen. Für jemanden wie mich, der im Normalfall nach spätestens vier Bändern (Harry Potter natürlich ausgenommen) das Interesse verliert, ist der Wunsch nach „mehr“ wohl das größte Kompliment, das ich machen kann. Unser Chaos-Trio hat eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht, sind sich selbst aber stets treu geblieben und sind mir wie drei gute Freunde geblieben.

Es gab nicht einen Moment der Langeweile, es gab nicht einen Moment von Desinteresse. Alle Schlüsselmomente verbanden sich zu einem riesigen schillernden Mosaik. Ein Netz aus Farben, Verbindungen, Gefühlen wurde gesponnen und schloss sich zum Ende hin wie ein Kreislauf, das ist wohl die literarische Meisterleistung, die ich der lieben Jane zuschreibe. Über sieben Bänder Pläne, Intrigen, Verbindungen, Abkommen, Vergangenheiten und Zusammenhänge zu spinnen ohne ein heilloses Durcheinander entstehen zu lassen, ist eine Leistung, die selbst den größten Autoren der Welt nur selten gelingt. Die Handlung ergab immer Sinn, durchweg war Spannung vorhanden und es gab konstant dieses süße Gefühl der Verbundenheit. Und genau aus diesem Grund blicke ich dem Ende mit einem lachendem aber auch einem weinenden Auge hinterher und wüsche unseren Helden eine strahlende Zukunft.

Noch ein paar Anmerkungen um dieser schnulzigen Rezension mehr pepp zu verleihen:

Kassierst du für diese Lobeshymne was?

Nein ich wurde nicht bezahlt dafür, diese verdammte Schwärmerei kommt halt irgendwie aus meinem Inneren und ich kann wirklich nichts dafür (auch Steine haben Gefühle!). Mal im Ernst, ich habe Dark Prince durch Zufall entdeckt und vergöttere es, weil ich mich glaub ich in Alec verknallt hab oder in Davies? Oder vielleicht sogar in Florence, wer weiß das so genau? xD. Meint ihr Alec hat noch Platz im Palast? (Mein Mann denkt ich meine das nicht so, doch der wird noch gucken, wenn ich mit Sack und Pack die Biege mache, weil irgendwer den sagenumwogenen Dark Prince irgendwo gesichtet hat, muahahah).

War das dein letztes Wort zu der Dark-Reihe?

Bestimmt nicht, denn ich überlege grad ernsthaft den ersten Teil zu rereaden (wie gesagt ich klammere ein wenig). Aber es ist halt wirklich so, so, so gut.

Schreibst du eigentlich immer so viel Zeug über eine Reihe?

Jaein. Ich verfasse grundsätzlich bei Büchern, die aus mehreren zusammenhängenden Teilen bestehen nur eine einzige Rezension über den ersten Band, weil alles andere in meinen Augen die Spannung nimmt. Bei Büchern, die zwar zu einer Reihe gehören, aber sich um völlig andere Protagonisten, oder wie es grad so beliebt ist, sich plötzlich um Nebencharaktere aus dem ersten Band, drehen, kann es schon gut sein, dass ich für jeden Band eine Rezension schreibe, was ich aber selten tue (Ausnahmen bestätigen die Regel) und auch nur bei wirklich guten Büchern.

Warum dann diese zweite Rezension zur Dark-Reihe?

Weil diese Reihe irgendwie meinen Kopf verdreht hat, weil sie eine Geschichte erzählt, die ich mit meiner ersten Rezension nicht vollumfänglich wiedergeben konnte. Nike und Ella waren sehr wichtige Charaktere für diese Reihe. Sie haben viel dazu beigetragen und sind mir als Nebencharaktere wahnsinnig ans Herz gewachsen. Ich wollte sie damit hervorheben. Natürlich gab es weitere Charaktere, die mir wichtig wurden, doch da es mit den Skandal-Royals noch nicht zu Ende ist (weitere Infos findet ihr bei der lieben J. S. Wonda) habe ich mich für diese beiden Charaktere entschieden.

Du postest immer wieder die Kapitelüberschriften auf Instagram, warum?

Weil sie verdammt nochmal genial, lustig, kreativ und außergewöhnlich sind. Die liebe Jane hat sich da was Tolles einfallen lassen und ich kenne kein Buch, das so etwas Cooles hat. Es macht wahnsinnig spaß diese „Märchen“-Sätze zu lesen und ich musste mega oft schmunzeln.

Letzte Frage: Alec oder Davies?

Die Frage des Tages. Ich habe keinen blassen Schimmer, wen von beiden ich schärfer finde. Sie haben beide ihre Arten und beide verdrehen einem den Kopf. So oder so kenn ich glaub keine Frau, die einen der beiden von der Bettkante stoßen würde aber, Davies bedeutet Verbundenheit, Schutz, Zugehörigkeit und Wärme, Alec jedoch hat für mich die Bedeutung von Liebe, Wahnsinn, Aufopferung aber auch unendlicher Zuneigung. Lange Rede kurzer Sinn: Ich würde mich immer für Liebe entscheiden.

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Rezension zu „Dirty – In seiner Gewalt“ von Sarah Saxx

Klappentext

»Eigentlich müsste ich Angst vor ihm haben. Es ist falsch, dass ich mich so zu ihm hingezogen fühle. Aber er hat mich aus meiner persönlichen Hölle entführt. Und dafür werde ich ihm ewig dankbar sein.«

Dirty liebt es, mit der Lust der Frauen zu spielen. In seiner eigens hierfür eingerichteten Spielhöhle lässt er nur »Auserwählte«, die er über seine speziell dafür angelegte Website findet. Er entscheidet, welche der Bewerberinnen in den Genuss kommen, von ihm beglückt zu werden.
Bis eine Frau auf ganz anderem Weg in seinem Bett landet und ihm völlig unerwartet unter die Haut geht.

Olivia hat mit ihrem Leben abgeschlossen, seit sie von Ernesto Castellano, gefürchteter Geschäftsmann und Drogenboss, entführt wurde und in dessen Villa Tag für Tag unglaubliches Leid erfährt. Als eines Nachts ein geheimnisvoller Fremder ihr Gefängnis betritt, schöpft sie neuen Lebensmut. Obwohl er sie mit einer Waffe bedroht, bringt er sie von dem Anwesen weg und nimmt sie mit zu sich. Als dieser Mann sich dann auch noch um ihre körperlichen sowie seelischen Wunden kümmert, wird sie sich seiner ungeahnten Anziehungskraft bewusst. Doch bringt er ihr wirklich die lang ersehnte Freiheit?

Protagonistin Olivia „Liv“

Olivias Schicksal geht unter die Haut, unerträgliches Leid pflastert ihren Weg und es war schmerzvoll einen Einblick in ihre persönliche Hölle zu bekommen. Gerade weil man nicht verschont wird, schillert Liv in den buntesten Farben. Ihr Mut, ihre Stärke und ihr Wille ihren Peiniger nicht gewinnen zu lassen. Gänsehaut, Schmerz, Bewunderung. All diese Gefühle löst sie in mir aus. Sie ist nicht aus Stein, lässt es zu Schwäche zu empfinden, kämpft sich jedoch trotzdem immer wieder auf die Beine. Wenn alle Stricke reißen, packt Olivia erst richtig aus. Das Leben ist kein Märchen, guten Menschen leiden, nur entscheiden sie selbst, wie dieses Leid sie beeinflusst. Liv berührte mich mit ihrer Persönlichkeit, mit ihrer Entschlossenheit. Sie will die Schatten der Vergangenheit loslassen, nach vorne sehen. Obwohl sie Angst hat, obwohl sie Rückschläge einstecken muss und Panik ihr ständiger Begleiter ist, lernt sie Schritt für Schritt aus dem Schatten, in den sie ihre Entführung geworfen hat, auszubrechen und hervor kommt eine mitfühlende, lustige und kokette junge Frau, die einen einfach umhaut.

Protagonist Ben „Dirty“

Ben, charmant, sexy, verspielt und doch gefühlvoll, schlau, sensibel. Wer gedacht hat, Liv sei von einem Macho zum nächsten gewandert, der irrt. Denn wo man erwartet, dass Ben seine Dominanz auslebt, wartet er mit Mitgefühl und Rücksicht auf. Er sieht seine Seite „Dirty“ als etwas das sie ist, ein Spiel, das auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen beruht. Ben lieb es, die Fäden in der Hand zu haben, aber auf eine Art, mit der er gibt und nicht nimmt. Umso süßer ist es, wenn er diese Seite für Liv auch mal ablegen kann. Er kämpft für die Menschen, die ihm am Herzen liegen, beschützt und verteidigt sie. Für Ben ist Vertrauen alles und er tut alles um das Vertrauen zu Liv aufzubauen. Das macht Dirty nicht nur zu einem herzensguten Menschen, es macht ihn in meinen Augen zu einem Helden. Er rennt nicht weg vor den Wunden die Liv auf Körper und Seele trägt, er nimmt sich dieser an, verarztet sie. Und egal wie oft es ihn zurückwirft, er setzt jeden Stein im Fundament ihrer Beziehung erneut.

Story-Aufbau

Ein Thema das berührt, ein Albtraum für jede junge Frau und doch so süß und mitreißend wie ein Dessert. Man leidet, man liebt, man lächelt. „Dirty – In seiner Gewalt“ streift nahe an den Nerven, fesselt und verlockt. Es war eine unglaubliche Erfahrung mit Liv und Ben diesen Weg zu gehen. Zu sehen, wie sie Wunden heilen, Albträume verjagen und Stück für Stück Licht in die Dunkelheit bringen. Liv mit ihren Wunden, die zu Narben werden, mit ihrem Leid, das zur Erinnerung wird, mit ihren Tränen, die einem Lächeln weichen. Ben der seine führsorgliche, sanfte Seite entdeckt und das erste Mal mehr in einer Frau sieht als ein Ventil. Ich war von der ersten Seite an gefesselt und Ben und Liv sind mir ans Herz gewachsen. Sie geben einander so viel Verständnis, Vertrauen und Liebe, dass es das Herz berührt. Und neben all diesen Gefühlen, reißt einen ein Strudel aus Verlangen, Verwirrung und Hindernissen mit. Der Weg der beiden ist eine Achterbahn der Gefühle, bündelt sich zu einer Geschichte, die aufzeigt was es bedeutet wirklich Vertrauen zu fassen und endet mich einem warmen Gefühl im Inneren. Dabei kommen scharfer Humor, leidenschaftliche Momente und prickelnde Anziehung keinen Moment zu kurz.

Message an die Autorin

Liebe Sarah, du hast eine Gradwanderung der Extraklasse hingelegt, Dominanz und Feingefühl, Leid und Leidenschaft, Schmerz und Vertrauen gehen Hand in Hand mit einer spannenden Atmosphäre, unvorhersehbarer Momente und berührender Tiefe. Ich freue mich schon sehr auf mehr, und „Rich – In seinem Bann“ wartet bereits auf mich.

Bewertung 

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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Rezension zu „Pretend“ von Penny L. Chapman

Klappentext:

FARREN

Ich höre die falsche Musik und mache nur Ärger. Meine Mutter hasst mich, obwohl ich alles tue, um ihr zu gefallen. Sie hat mir ein Ultimatum gestellt. Entweder gehe ich für ein Jahr nach Miami, um bei einem Freund meiner Eltern Disziplin zu lernen, damit ich ihre Firma übernehmen darf, oder sie setzen mich vor die Tür. Es hätte so einfach werden können, doch dann traf ich ihn.
Er lebt das Leben, von dem ich immer geträumt habe. Wild, frei, respektiert.
Er macht seine eigenen Regeln. Sein Name ist …

KIERAN

Sie hört die richtige Musik, ist laut und unberechenbar. In ihren Augen sehe ich dasselbe Feuer wie bei mir. Sie könnte perfekt sein. Doch etwas stimmt nicht mit ihr. Sie spielt das brave Mädchen und verstellt sich. Es macht mich rasend, denn ich habe etwas gegen Heuchler.

Protagonistin Farren

Farren wurde gedrillt, unterdrückt und schwerwiegend misshandelt. Sowohl körperlich als auch seelisch merkt man ihr das an. Umso erstaunlicher ist es, dass sie irgendwo einen Teil von sich selbst bewahrt hat. Sie kann loslassen, frei sein, immer dann, wenn sie sich unbeobachtet fühlt. Ihr Wille sie selbst zu sein und das Bedürfnis nach Anerkennung wiegen gleich auf. Umso schöner ist es, dass sie im Laufe des Buches versteht, was es bedeutet zu leben. Farren macht eine unglaubliche Entwicklung durch, aus dem manipulierten, einsamen Mädchen wird eine selbstbewusste starke junge Frau und diese hat es in sich. Für sich selbst kämpfen, für sich einstehen und selbstbewusst durchs Leben gehen, all das lernt Farren und erobert damit das eine oder andere Herz, meines hat sie damit auf jeden Fall sicher. Farren lehrt uns: Stark sein ist nicht leicht, man muss dafür alles geben, alles riskieren, aber wenn man erst einmal gelernt hat, sich selbst zu schützen, dann kann einen nichts mehr aufhalten.

Protagonist Kieran

Du hast dein Schicksal selbst in der Hand, genau das ist es was Kieran beweist. Er hat seinem Leben eine neue Wendung geschenkt, durch den Verlust seiner Mutter bestärkt, durch seinen Vater geprägt, hat er alle Scheuklappen fallen lassen und begegnet dem Leben mit genau dem was er ist. Nach außen hin ist er der perfekt gedrillte Mustersohn, doch wenn er seinen Fuß aus der Firma setzt, wird er zum Untergrundbadboy. Er ist kalt, frei, wild und ungestüm. Moral ist etwas, das man uns eintrichtert, Kieran weiß das und das macht ihn unwiderstehlich. Besonders als er Farren trifft wird klar, er hat zwar den falschen Anstand losgelassen doch sein Herz hat er am rechten Fleck. Sein Mut, seine Entschlossenheit und sein Kampfwille berühren einen und seine offene und freche Art bringen einen zum Schmunzeln. Kieran ist Good boy und Bad Boy in einem und ich kann mit voller Überzeugung sagen, ich liebe beide Seiten an ihm.

Story-Aufbau

Eine Story mit Tiefe. Wir begleiten Farren auf ihrem Weg zu wahrer Stärke. Pretend wartet mit Sexappeal, Emotionen und Power auf. Zwischen Untergrundkämpfen und Anstandszwang kämpfen wir falsche Moral und heuchlerische Befangenheit nieder. Eine Geschichte über Freiheit, Selbstwertschätzung und Träume. Man wird nicht stark geboren, man muss sich dazu entscheiden und genau das ist es, was uns Pretend mit auf den Weg gibt. Die Seiten flogen nur so dahin, tiefe Emotionen, Zähneklappern und Seufzen inklusive.

Message an die Autorin

Liebe Penny, eine wundervolle Geschichte mit Schatten und Licht, mit Mut und Tränen. Deine Farren und dein Kieran haben mich sehr berührt und deine aufgegriffenen Themen gehen unter die Haut. Ich freue mich schon auf mehr von dir.

Bewertung 

5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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Jeder fängt mal klein an – Eine Überlegung über den Weg zum Autor.

Heute beschäftigt mich ein ganz bestimmter Gedanke. Wenn wir uns in unserer Büchercommunity umschauen, dann finden sich viele Autoren und Autorinnen. Manche stehen bei einem Verlag unter Vertrag, viele haben den Weg des Selfpuplishings gewählt und ein paar stehen noch ganz am Anfang ihres Autoren-Lebens.

Ich durfte in den letzten Monaten mit einigen Autorinnen quatschen, begleite ein/zwei auf ihrem Weg zum Durchbruch und stelle immer wieder fest, wie viel Arbeit hinter der Fassade des unbeschwerten Autors steckt.

Aus diesem Grund will ich euch mal meine Eindrücke schildern. Einfach nur damit ihr den nächsten Autor mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten könnt. Vielleicht erreiche ich auch damit, dass der eine oder andere „große“ Verlagsautor sich daran erinnert, wie alles begann.

Jeder fängt mal klein an.

Da stehst du nun, hast Monate geschuftet, an deiner Geschichte geschliffen und Freunde und Familie um ihre Meinung gebeten. Manche haben geschmunzelt, andere die Augen verdreht, weil es ja irgendwo nach einer fixen Idee klang und allen Zweifeln zum Trotz hast du deine Idee aufs Papier gebracht. Du liest jedes geschriebene Kapitel wieder und wieder. Ein Lektor? Wo bekommt man den her? Freiwillige? Wer hat denn so viel Zeit? Also schaust du und korrigierst. Die Arbeit hat noch nicht mal angefangen.

Du erstellst ein Manuskript, woher du weißt wie man eines erstellt? Du recherchierst, schaust Stunde um Stunde Anleitungen, surfst auf bekannten Seiten, die so viel mehr Anhänger haben als deine Eigene. Suchst nach einem Verlag, deinen liebsten, der größte in der Hoffnung, dass er dir eine Chance gibt. Es hagelt keine Absage, es hagelt Schweigen. Du bist ein kleines Licht und dein Traumverlag hat keine Zeit dir zu antworten, dir abzusagen. Also machst du einen zweiten Anlauf bei dem kleinsten Verlag und statt Schweigen hagelt es nun Absagen. Tja keiner gibt deinem Herzensprojekt eine Chance. Doch du gibst nicht auf. Dann machst du es halt selbst!

Die Nächte machst du durch, dein Cover ist nicht von einem Medien-Designer, das warst du. Mit einem günstigen Photoshop-Ersatz in das du dich ewig einlernen musstest. Wer hat schon Geld für einen Cover-Designer? Du startest mit Instagram, Facebook und Co. Nennst du dich schon Autor? Fühlst du dich schon wie einer? Ja du wählst diesen Begriff, nicht weil du hochmütig bist, sondern weil du es ernst meinst mit dem was du tust, denn du hast geschuftet, du willst dafür wenigstens das. Dann stellst du dein Werk auf ein Portal um es als E-Book anbieten zu können, wer kann sich schon einfach einen Platz im Buchladen mieten? Nein, nein, so viel Geld hast du nicht, also bietest du es auf einem Portal an, das dir die Hälfte deines Verdienstes abnimmt und das nur damit es dir den Verkauf ermöglicht. Aber du nimmst es hin. Nach etlichen Recherchen ist es dann vollbracht, deine Beschreibung sitzt, dein selbstgeschossene Porträt zeigt dich lächelnd, dein Klappentext veröffentlicht. Du wartest und dann, passiert nichts. Ein zwei Menschen die dir folgen. Ein zwei Leute, die dich begrüßen, aber keiner liest mehr als den Klappentext. Dir rennt keiner die Bude ein, keiner interessiert sich für das Werk woran du Nächte lang gearbeitet hast. Dein Buch ist gut, du weißt das denn jeder, der dir eine Chance gegeben hat, hat es in einem Zug durchgelesen, doch in der großen weiten Welt des Internets bist du nur ein kleines Licht.

Doch du gibst nicht auf, nein du willst das durchziehen also recherchierst du, schaust, wie es die Anderen gemacht habe. Werbung, Werbung, Werbung, aber „Werbung machen“ kostet viel, selten macht das jemand umsonst. Du weißt genau, du musst einen Fuß in die Tür bekommen. Suchst Kontakt zu den Leuten, quatscht sie an wie ein Verkäufer und genau so oft, schlagen sie dir die imaginäre Tür vor der Nase zu. Nacht um Nacht, Stunde um Stunde neben dem ganz normalen Beruf, neben dem Studium, neben der Schule. Immer auf Abruf immer am Kontakte knüpfen. Nicht alle sind nett, manche sind unverschämt, manche sind fies. Geld ist noch lange nicht in Sicht. Du suchst dir liebe Leute, das dauert ewig, du bittest sie um Hilfe. Manche machen es gerne, andere verlangen alles Mögliche dafür. Für dein Werk bezahlen? Das will keiner aber du machst es. Und sie rezensieren, sie Bloggen, sie machen Werbung. Dein erster Verkauf, du hattest das Gefühl zu schweben, nur wenige Euro für dein Projekt aber du schwebst. Träumst von mehr. Deine Blogger bloggen fleißig, schwärmen, teilen. Doch dann kommt deine erste schlechte Rezension. Ein Käufer zerreißt dein Buch in der Luft, nimmt kein Blatt vor den Mund. Du schluckst, machst weiter. Mit jedem Stern schwebst du. Tage vergehen, Monate schwinden. Du knüpfst weiter Kontakte, findest Menschen, die dir die Hand reichen genau so oft wie Menschen die sie dir Abhacken. Doch du recherchierst weiter, bietest Gewinnspiele an, Rezensionsexemplare, klopfst auch bei den größten Bloggern an die Tür in der Hoffnung, sie geben dir eine Chance. In der Zwischenzeit hast du viele hundert Menschen kontaktiert, manche nur auf der Suche nach Printexemplaren, etwas was sie horten können, etwas was ihnen was bringt. Also bestellst du Printexemplare, natürlich aus eigener Tasche, die fallen ja nicht vom Himmel, aber du brauchst mehr Platz im Spalt der Türe also investierst du. Manche halten sich dran, rezensieren, schwärmen über dein Printexemplar, von anderen hörst du nie wieder was. Große Blogger vertrösten dich, da ist doch noch der Stapel der Verlagsbücher die sie rezensieren müssen, dafür gibt’s Goodies, dafür gibt´s Geschenke. Also investierst du in Goodies, verteilst sie an deine Blogger, diese verlosen sie weiter. Nur zur Erinnerung, noch immer verdienst du kaum. Hast eine Menge investiert. Tage vergehen, Monate schwinden, vielleicht auch Jahre und dann ist es soweit. Ein großer Blogger, ein paar super Bewertungen und dein Buch ist grad mal im Gespräch. Du verdienst etwas, nicht viel aber was soll´s. Du schreibst weiter, deine Gruppe wächst langsam, aber sie wächst. Deine Anhänger geben dir die Chance. Noch immer bist du rund um die Uhr am Kontakte knüpfen, am Werbung erstellen. Kein Ende in Sicht, doch du machst es gerne, machst es für die Menschen die dein Buch mögen, machst es für deinen Traum….

Ja ich höre hier auf, mitten drin denn manchmal klopft ein Verlag an die Tür, manchmal legt ein guter Autor die Feder nieder, weil der Durchbruch ausbleibt. Jede Geschichte ist anders. Jedes Ergebnis unterscheidet sich vom anderen. Doch verstehst du was ich damit sagen will? Kein Autor ist vom Himmel gefallen, kein Verlag kommt angerannt. Es dauert oft Jahre bis man mal was verdient, meistens hat man an diesem Punkt mehr Eingesteckt als positives erfahren.

Der Weg zum Autor kann steinig sein, er kann schwer sein. Manchmal haben Autoren Glück, meistens ist es aber harte Arbeit. Wenn ich bei der Begleitung meiner Autoren eines gelernt habe dann, dass dir auch als Autor nichts im Leben geschenkt wird.

Ob von einem Verlag oder von einem selbstgebastelten Cover, in jedem Buch kann ein Bestseller stecken. Ob 100 oder 100.000 Follower jeder hat irgendwann mal bei 0 angefangen.

Das hier ist für alle Autoren und Autorinnen, für Bestseller und Unbekannte, für Verlagsmitglieder und Selfpuplisher. Ich ziehe meinen Hut, ich bewundere euren Ehrgeiz, euren Mut und eure Kraft.

 

Eure Sandra Zeilenwanderzauberin